GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Fuchs, Thomas
Titel Antonia will keine Petze sein
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Garanin, Melanie
ISBN 978-3-401-02792-0 Reihe Was hättest du getan?
Verlag Arena, Würzburg, 2010
Seitenzahl 75 Preis 4,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Schulgeschichte
Zielgruppe 10-11
Inhaltsangabe Nach der Turnstunde stellt Isabelle fest, dass ihr teures Nintendo DS verschwunden ist. Der Diebstahl wird angezeigt. Antonia kauft einige Zeit später von einem früheren Nachbarjungen sehr billig das Hundespiel für Nintendo DS. Bald wird ihr klar, dass es sich um das gestohlene Spiel handelt. Das Buch bietet zwei Fortsetzungsmöglichkeiten an, für die sich Antonia entscheiden könnte. Beide Möglichkeiten werden ausgeführt.
Beurteilungstext Der sonst erfreulicherweise nahe an der heutigen Wirklichkeit geschilderte Sachverhalt des Buches leidet unter dem Titel. Es geht Antonia nämlich nicht darum, eine Petze zu sein oder nicht. Sie hat sehr ernst zu nehmende Gewissensbisse, ob sie sich entscheiden soll, den früheren Nachbarjungen anzuzeigen oder nicht. Schließlich hat sie sich gerade dieses Spiel schon lange gewünscht, aber aus Geldmangel nicht leisten können. Und hat sie das Spiel von diesem Nils nicht gekauft? Isabelle, das Mädchen, dem das Spiel gestohlen wurde, findet sie blöde und außerdem scheint in deren Elternhaus Geld keine Rolle zu spielen. Vielleicht wäre ihr die Entscheidung, ihren Verdacht gegenüber der Mutter zu äußern, noch schwerer gefallen, wenn es ihr gelungen wäre, das Spiel ohne die Eingaben, die Isabelle gemacht hatte, neu zu starten. Diese Fähigkeit besitzt Antonia (noch) nicht, bietet aber hier wieder einen Diskussionspunkt bei einer Klassenlektüre. Jedenfalls bedrängt die beste Freundin Antonia und droht ihr mit Freundschaftsentzug, so dass die Mutter die Sache letztendlich in die Hand nehmen kann. Dass Nils durch die Arbeitslosigkeit seiner Eltern ebenfalls in Geldnot geraten und deshalb zum Dieb geworden ist, wäre ebenfalls zu diskutieren. In der Variante B, die die Unrechtmäßigkeit des neuen Besitzes klar herausstellt und zum Zurückbringen des Spieles drängt, wird eine neue Problematik angedacht. Dieser Nils bedroht auf einmal Antonia. Er will im Falle eines Falles behaupten, dass er gesehen hat, wie Antonia sich an Isabelles Tasche zu schaffen gemacht hat. Als sich Antonia ihrer Freundin anvertraut, erklärt diese, dass es nichts mit Petzen zu tun hat, wenn man einen Diebstahl anzeigt. Auch in der Variante B unterstützt die Mutter ihre Tochter und klärt telefonisch die Sachlage. Dieser Schluss endet naturgemäß erfreulicher für alle Beteiligten, zumal auch Isabelle sympathische Züge bekommt. Das vom Lesepensum leicht zu bewältigende Buch bietet sich nicht nur als Klassenlektüre an. Es kann auch für Eltern - Kind - Gespräche hilfreich sein, denn es fällt gemeinhin Kindern schwer, auf etwas zu verzichten, was viele Klassenkameraden haben.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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