GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Andersen, Kenneth B.
Titel Antboy-Der Biss der Ameise
Übersetzer / Originalsprache Dörries, MaikeDänisch
Illustrator
ISBN 978-3-551-55559-5 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 201 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 8-9
Inhaltsangabe Bisher war Pelle Blöhmann der unbeliebteste Junge seiner Schule und Lieblingsopfer der Terrorzwillinge und seines Sportlehrers. Doch das ändert sich, als er von einer Ameise gebissen wird, denn mit einem Mal bekommt der sonst so unsportliche Pelle ungeahnte Kräfte und wird zum Superhelden. Sein Name: Antboy. Wie die Superhelden aus seinen Comics beschließt Pelle, den Menschen zu helfen, doch das ist leichter gesagt als getan…
Beurteilungstext Das Buch "Antboy" wird von Pelle aus der Ich-Perspektive erzählt. Es beginnt mit einem Prolog in Form einer Comiczeichnung, die am Ende auch den Epilog bildet. Der Hauptteil ist ebenfalls mit lustigen Zeichnungen untermalt, die die Handlung widerspiegeln. Die Geschichte beginnt damit, dass Pelle sich dem Leser als dicker, hässlicher Jungen mit Glasbausteinen im Brillengestell vorstellt. Mit einfachen Worten erzählt er seine Geschichte, an deren Anfang er, Pelle Blöhmann, genannt Blödmann, Lieblingsopfer von den Terrorzwillingen Allan und Mark und seinem Sportlehrer Herrn Hammer ist, die Pelle immer wieder quälen und vor anderen bloßstellen, besonders vor seiner heimlichen Liebe Ida. Dabei ist der Erzählton immer ganz selbstverständlich und nie mitleidheischend. Als Pelle dann von einer Ameise gebissen wird, verändert sich sein Körper und dadurch auch sein Leben: Auf einmal ist er schnell, stark und er kann wie eine Ameise unter der Decke entlanglaufen. Pelle beginnt zu verstehen, was mit ihm geschehen ist und seine neuen Fähigkeiten zu entdecken, die auch den jungen Leser begeistern. Endlich kann er sich gegen seine Feinde wehren und besiegt sogar seinen Sportlehrer im Kräftemessen. Außerdem stellt sich der schüchterne Wilhelm aus der Parallelklasse als ein netter und guter Freund heraus. Doch Pelle glaubt, dass seine Kräfte für Größeres bestimmt sind: um den Menschen zu helfen. Aber ein richtiger Superheld braucht auch einen Namen und Berufskleidung. So wird aus Pelle Antboy und aus einem alten Faschingskostüm ein Heldenumhang. Dann aber merkt der frischgebackene Superheld, dass die Menschen sich gar nicht helfen lassen wollen, und auch seine Kräfte halten nicht ewig. Das muss er leider erfahren, als er den Terrorzwillingen begegnet, und so entscheidet Pelle sich, ab sofort zum Superschurken zu werden und das Kunstmuseum zu überfallen. Das haben allerdings auch zwei andere Diebe vor und so muss sich Pelle zwischen Gut und Böse entscheiden. Insgesamt zeigt das Buch die Wandlung, die Pelle durchlebt und sich nicht nur auf den Ameisenbiss bezieht, denn Pelle lernt auch, dass man zusammen stark ist und sich gegen Mobbing gemeinsam wehren muss. Dabei kann sich der Leser gut in Pelle hineinversetzen, der seine Gefühle in einfachen Worten darstellt. Außerdem zeigt es den “realistischen” Alltag eines Superhelden, der auch Probleme hat wie jeder andere. So wird klar, dass ein Leben als Superheld gar nicht so einfach ist. Das Buch behandelt ganz zentrale Themen, die Kinder betreffen, wie Mobbing durch Lehrern und Mitschüler und der Wunsch nach Akzeptanz in der Gemeinschaft. Dabei bietet es Lösungsmöglichkeiten an, die auch ohne das Dasein als Superheld hilfreich sind. So ist das Buch nicht nur spannend, sondern auch erzieherisch wertvoll. Insgesamt beurteile ich das Buch als sehr empfehlenswert für Jungen und Mädchen ab acht Jahren, da die große Schrift das Lesen erleichtert und die Geschichte anregend und unterhaltsam ist.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 SV, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund