GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor ClarkVenuti, Kristin
Titel Abschied von den Bellwaters
Übersetzer / Originalsprache Leonhard, WernerEnglisch
Illustrator Bromley, Lizzy
ISBN 978-33-941087-84-2 Reihe
Verlag Jacoby & Stuart, Berlin, 2010
Seitenzahl 216 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Tagebuchroman
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
Inhaltsangabe Ein Butler leistet in einer völlig verrückten Familie Dienst. Die Zeit für die er sich verpflichtet fühlt, läuft ab. Er schreibt ein Tagebuch, in dem alle Ereignisse im Hause Bellwaters aufgeführt sind. Er will weit weg, in einem Bungalow wohnen und einen Garten pflegen. Erst spät bemerken die Kinder, was der Butler vorhat und bemühen sich, jedes auf seine Weise, ihm seine Wertschätzung zu zeigen. So bleibt er am Ende tatsächlich und schlägt sogar ein Filmangebot aus Hollywood aus.
Beurteilungstext Butler, den kennen heutige Kinder vielleicht aus alten Filmen. Ein Butler, der sich einem Lehnseid seines Ahnherrn vor 200 Jahren verpflichtet fühlt, wird für Kinder kaum nachvollziehbar sein. Dieser Butler, der die besten Manieren hat, muss nun im Hause Bellwater, einem alten Leuchtturm, wirklich Schlimmes erfahren und nie wird seine Arbeit gewürdigt. Alle schrecklichen Vorkommnisse werden von ihm in einem Tagebuch festgehalten, immer mit dem Zusatz, wie viel Zeit er noch durchstehen muss, bis er sich an diesen Lehnseid nicht mehr gefunden fühlt. Gar zu sehr wird dieser Mann gebeutelt: Der Professor ist der Hausherr, von Beruf Erfinder (ohne gelungene Erfindungen). Er bekommt bei Störungen Tobsuchtsanfälle und wirft mit Geschirr und anderen gerade in der Nähe liegenden Dingen nach dem Butler. Seine Frau wird in nur wenigen Eigenschaften geschildert: Sie malt ständig die Wände der Behausung an, hat eine Stimme, die jeden betört, bewundert ihre Kinder, lässt sie aber ohne Grenzen aufwachsen. Der 14jährige Sohn scheut das Tageslicht und will bedrohten Tierarten helfen. Er lässt sich einen Alligator schicken, den er als Haustier hält und der gerne nach dem Butler schnappt. Nur der Junge kann sich mit ihm wie mit einem Hund unterhalten. Ihm gegenüber ist er zahm. Als er zwei Eier legt und schließlich Junge hat, wird für diese Tierfamilie eine neue Behausung gesucht. Sie wird schließlich im Keller der Kirche gefunden. Der Priester ist etwas schwachsinnig, die Kirche heißt “Unserer lieben Frau von der Bettelsuppe”. Die Drillinge der Familie sind erst 9 Jahre, entwerfen aber immer neue Kunstobjekte in die auch Butlerkleidung verschwindet. Installationen im Garten, der dadurch verwüstet wird, werden angelegt. Ninda, die Tochter, möchte ständig benachteiligten Menschen helfen, sperrt aber eine Artistenfamilie ein, bis sie fähig ist, eine Gewerkschaft zu gründen. Dieser Plan klappt nicht, weil beim Feuerschlucken-üben ihr Zimmer in Brand gerät. Es braucht lange, bis die Jugend im Hause Bellwater merkt, dass der Butler aufhören will. Erst jetzt fängt sie an, ihn zu verstehen. Es wird sogar die Mona Lisa im Museum gestohlen, damit er etwas Wertvolles hat, wenn er die Familie verlässt. So unglaublich wie das Stehlen des berühmten Gemäldes durch Kinder, sind auch die anderen Episoden. Sie unterhalten noch nicht einmal gut. Erst werden die Taten der Familie geschildert, dann folgt der Tagebucheintrag des Butlers. Das nimmt dem Buch die Spannung. Im letzten Drittel des Buches zeichnet sich bereits das Ende ab. Der Butler wird endlich estimiert und wird bei “seiner “Familie bleiben.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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