GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schreiber, Chantal
Titel Zwei L wie in Zwilling
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Bayer, Michael
ISBN 978-3-522-18177-8 Reihe
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 224 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Können Zwillingsschwestern Freundinnen sein?
Die beiden Zwillingsschwestern Livia und Luzy streiten sich, dass es nur so kracht.
Doch merkwürdige Diebstähle im Internat Löwenthal lassen die Kämpfe ruhen und sorgen für freundschaftlich-schwesterliche Gefühle. Mit detektivischem Gespür und viel Kommunikation lösen sie gleich zwei Fälle.
Beurteilungstext Die beiden Zwillingsschwestern können unterschiedlicher nicht sein.
Mit der pubertären Phase eröffnen sie die Kampfphase. Livia ist die Hochbegabte, Intelligente und Vernünftige, Luzy die Spontane, Kontaktfreudige und Lebenslustige, die schnell die Herzen von Gleichaltrigen und Erwachsenen erobert. Sie neiden einander je das, was sie selbst nicht haben. Ihre Suche nach Anerkennung und der Weg zum eigenen Selbst vernebelt zunächst ihren Blick auf die Gemeinsamkeiten.
Der Umzug nach Löwenthal, wo die Großeltern leben und die Mädchen ein elitäres Internatsgymnasium besuchen, verändert viel, nicht aber die schlechte Stimmung zwischen den Schwestern.
Ein farbiges Kaleidoskop an Figuren und Charakteren wirbelt auf den ersten hundert Seiten durch die Geschichte, bis es zum spannungsvollen Clou kommt.
Jede einzelne Figur wird liebevoll und genauestens in ihren wesentlichen Eigenschaften mit Stärken und Schwächen beschrieben. Zuweilen ausgesprochen lustig, jedoch auch bewegende menschliche Schicksale finden ihren Platz (Anja). Witzige temporeiche Dialoge und ein scharfzüngiger Schlagabtausch unter den Schülern und Schülerinnen amüsiert den Leser mit Sicherheit.
Mit einer schier endlos erscheinenden Diebstahl-Serie kommt Spannung auf, aber erst mit dem Verschwinden des kleinen Kaninchens, rücken die Schwerstern dichter aneinander und nehme ihre gegenseitige Zuneigung wahr. Mit detektivischem Spürsinn entlarven sie den Schuldigen und entlasten den Hauptverdächtigen.
Die Diebstahlgeschichte verschärft die Charakterzüge der Figuren, wie hinter einem Brennglas erscheinen Hass, Missgunst, Geltungssucht und Neid.
Die dialogreiche, farbige Sprache pflanzt dem Leser Bilder ins Gehirn.
Erfrischend und abwechslungsreich agieren die Erwachsenen in dieser Geschichte parallel zum Haupthandlungsstrang. Sie geben Einblick in ihre eigenen Nöte und sorgen für Trost und Zuspruch, wenn er wirklich nötig ist. Allen voran die beiden Heldinnen Mutter Letti und Oma Rosemarie.
Freund und Feind, Jungen- und Mädchenrollen, wie geht man mit guten Schulergebnissen um, die Bedeutung des Miteinanderredens, all das wird auktorial erzählt. Der Leser wird in alle Ebenen mithineingenommen und kann quasi mitermitteln.
Alles in allem eine spannende, tempo- und emotionsreiche Geschichte, besonders für Mädchen ab 10 Jahren empfohlen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Han, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund