GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Meggendorfer, Lothar
Titel Zum Zeitvertreib für brave Knaben und Mädchen Ein Ziehbilderbuch
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3--480-22519-4 Reihe
Verlag Esslinger - Alfred Hahn's, Esslingen, 2009
Seitenzahl 20 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Ziehbilderbuch
Zielgruppe 10-11
ab 18
Inhaltsangabe Das vorliegende Bilderbuch ist ein Reprint-Klassiker von 1885. Die sieben kleinen Episoden in Versform schildern mit viel Humor und auch Ironie alle möglichen Missgeschicke des Alltags, speziell der Erwachsenenwelt. Diese werden als sogenannte Bewegungsbilder visualisiert. Durch einen Ziehmechanismus können einzelne Bildelemente bewegt werden, z.B. das Queue eines Billardspielers oder das Netz eines Schmetterlingsjägers. Beweglich ist auch das Mienenspiel der Figuren.
Beurteilungstext Der Münchner Künstler Lothar Meggendorfer war zu seiner Zeit ein wohl international bekanntes Multitalent: Als Karikaturist, aber vor allem als Schöpfer beweglicher Spielbilderbücher. Ein Klassiker ist das vorliegende Ziehbilderbuch. Obwohl bis auf eine einzige Ausnahme alle dargestellten Figuren Erwachsene sind, ist das Buch “braven Knaben und Mädchen” zugeeignet. Zufall oder Absicht des Autors? Wollte er der jugendlichen Zielgruppe zeigen, dass auch Erwachsenen nicht immer alles gelingt und sie sich deshalb oft merkwürdig benehmen? Immerhin galten diese in jener autoritären Zeit als absolute Respektspersonen. Diese Missgeschicke des Alltags werden in sieben kleinen Episoden mit viel Witz, Humor und einer Prise Bissigkeit vorgeführt. Die Komik liegt in der Übreinstimmung von Text und beweglichem Bild. Da versucht ein Professor vergeblich einen Schmetterling zu fangen. Wenn man den Ziehmechanismus bewegt, verschwindet der Schmetterling und die Kinnlade des unglücklichen Jägers fällt herunter. Oder ein Corpsstudent in vollem Wichs übt sich im Billardspiel und trifft nie die Kugel. Einziges positives Exempel ist der Knabe Fritz, der seiner Tante einen Blumenstrauß überreicht. Also, ein braves Kind.
Die Verse hat Meggendorfer selbst geschrieben. Sie ähneln ein wenig denen von Wilhelm Busch. Oft steht am Ende einer Episode eine abschließende pädagogisch-weise Schlussbemerkung.
Die Figuren haben meist karikaturenhafte Züge und immer eine bewegliche Mimik.
Das Buch als Spaß und Zeitvertreib gedacht wird sicher auch die sogenannte “reifere Jugend” ergötzen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund