GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Pelz, Monika
Titel Winchester Mystery
Übersetzer / Originalsprache / /
Illustrator Hochmeister, Christian (Einbandgestaltung)
ISBN 978-3-7026-5813-7 Reihe /
Verlag Jungbrunnen, Wien, 2009
Seitenzahl 168 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Sind es die Seelen der von Winchester-Gewehren getöteten Indianer, die durch Mrs. Winchesters Haus geistern? Die 16-jährige Jezebel und ihr Freund Manuel wollen es endlich wissen und erleben eine große Überraschung.
Beurteilungstext Nach dem Tod ihrer Tochter und dem bald darauffolgenden ihres jungen Ehemannes fiel Sarah Winchester in tiefe Schwermut und wurde Opfer geschickter Schwindler aus dem Baugewerbe. Sie raten der wohlhabenden Witwe, die Winchester-Familie in New Haven zu verlassen und sich in Kalifornien anzusiedeln. Seit 1866 lebt sie im Santa Clara Valley und baut “was das Zeug hält”. Niemand hat Mrs. Winchester dort je zu Gesicht bekommen. Doch ist man überzeugt, dass sie in ihrem prunkvollen Haus Nacht für Nacht von den ruhelosen Seelen, der durch Winchester-Gewehre getöteten Indianer heimgesucht wird. Als die 16-jährige Jez, die chinesischer Abstammung ist, und Manuel, der junge Mexikaner, in den 1920-er Jahren beschließen, sich als Indianer zu verkleiden und die alte Dame von ihren Geistern zu befreien, müssen sie erkennen, dass Mrs. Winchester in ihnen ganz andere Geister begrüßt, einen Geist vor allem, auf den sie schon so lange gewartet hat.
“Winchester Mystery” ist ein spannender, sehr informativer und intelligent geschriebner Roman, der durchaus auch seine humorvollen Momente hat, dann z.B. wenn “die sehr kleine, sehr alte Frau” liebevoll von ihrem chinesischen Chef-Butler Ai Li betreut, auf die Gesichter der vermeintlichen Geister schaut. Im Mittelpunkt der Handlung stehen jedoch junge Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, die abends am Lagerfeuer in der Salbeischlucht zusammensitzen und ihre Lieder singen. Als Störenfried in dieser Runde erscheint eines Abends Arthur Bennett, ein junger Amerikaner und entfernter Verwandter von Mrs. Winchester, der vor allem auf das Geld des vermögenden “Tantchens” aus ist, zugleich aber auch Anlass ist, das Geheimnis des Winchester Hauses zu ergründen. Motiviert durch die Unterhaltungen am Lagerfeuer treibt der Roman nach und nach seinem Höhepunkt zu. Leser können den Gesprächen der jungen Frauen und Männer aus unterschiedlichen Kulturkreisen über ihren jeweiligen Umgang mit ihren Toten folgen. Dabei werden sie von der Sprachkompetenz der 16-jährigen Jez ebenso überrascht sein, wie sie selbst, die plötzlich bemerkt, “wie fließend sie redete” und dadurch die Zuhörer faszinieren kann. Als Schlüsselstelle des Romans kann die Feststellung des jungen Mexikaners gelten: “Tot ist tot`ist das Dümmste , was ich je gehört habe. Wir wären nichts ohne unsere Toten....”. Jedoch geht es in dem Roman nicht nur um unterschiedlichen Totenkult, sondern auch um die kritische Betrachtung der amerikanischen Einwanderungs- und Siedlungspoltik, um “die Geburt dieser Nation aus Unrecht und Verbrechen, Schmerzen und Tränen”. In ihrem interessanten “Nachtrag” zum Roman macht die Autorin zudem darauf aufmerksam, dass der Landstrich, in dem der Roman spielt, heute als “Silicon Valley” bekannt und zum Hightech-Zentrum der Welt geworden ist, in dem exzellent ausgebildete Ingenieure aus der ganzen Welt arbeiten, von denen der Anteil der “Weißen” nur ein Drittel beträgt. Mit “Winchester Mystery” liegt ein lesenswerter Roman vor.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Wie, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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