GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Geisler, Dagmar
Titel Wer küsst schon unter Wasser
Übersetzer / Originalsprache -
Illustrator Geisler, Dagmar
ISBN 3-423-71187-6 Reihe
Verlag dtv, München, 2006
Seitenzahl 190 Preis 7,50 € € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Tagebuchroman
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Die beiden zwölfjährigen Freundinnen Georgie und Melle haben sich vorgenommen, später einmal als Meeresbiologinnen zusammenzuleben, ganz ohne Männer. Aber plötzlich wird alles ganz anders, nämlich als Robbie auftaucht und Melle ihre Gefühle nicht mehr im Griff hat. Das bringt die Freundschaft der beiden Mädchen in tiefe Krisen.
Beurteilungstext Das Buch erzählt die Stationen der “bedrohten“ Freundschaft abwechselnd aus der Sicht Melles und Georgies. Die beiden kommentieren das Geschehen sehr unmittelbar, direkt und emotional. Zum Teil klingt es fast wie gesprochene Sprache, viele Dialoge und direkte Kommentare machen die Texte sehr lebendig. Jedes Mädchen hat ihr eigenes Schriftbild, für den Leser gut zu unterscheiden. Die Bilder zu den Texten sind nicht nur zum Schmunzeln, teilweise hätte ich laut lachen können beim Betrachten. Dagmar Geislers Humor ist wundervoll und bringt die Spannungsfelder des Textes hervorragend ins Bild. Allein der Zeichnungen wegen schlage ich das Buch für den “Lesepeter” vor. Die Freundinnen stammen aus unterschiedlichen Elternhäusern. Georgie hat eher die “Öko-Eltern”, die früher in einer WG lebten. Melles Mutter ist die Mama, die nach Fitness und Schönheit strebt, ihr Vater wird nicht genauer beschrieben. Melle hat einen jüngeren Bruder, Sebastian. Blind durch die Liebe versucht Melle nach dem Vorbild ihrer Mutter, sich die Haare zu färben, sich die Beine zu rasieren usw. Das klappt alles allerdings nicht so wie geplant, was für den Leser sehr lustig ist. Da die Freundinnen sich geschworen haben, sich nie zu verlieben, ist der Sinneswandel Melles, die sich in Robbie verliebt, ohne es zuerst wahrhaben zu wollen, eine echte Bedrohung für die Freundschaft. Georgie fühlt sich allein gelassen und stürzt sich ganz in das Schwimmtraining - mit Erfolg. Alle Höhen und Tiefen einer Freundschaft, des Mädchenseins von Orangenhaut bis zur ersten Blutung und der Vorbereitung darauf durch die Mutter, Familienleben mit den “schwierigen” Eltern usw. werden hier heiter, dynamisch und fast atemlos aus Sicht der beiden Mädchen erzählt. Ganz aus dem wirklichen Leben zweier Gymnasiastinnen gegriffen, mit H&M, Eisdiele und MP3-Player, ist dieses heitere Buch. Das Buch bietet echte Lebenshilfe für die Leser, wie ich finde, aber versteckt in tolle, heitere Unterhaltung. Nach langwährender Freundschaftskrise, die zum gegenseitigen Ignorieren führt, gibt es eine Lösung für Melle und Georgie. Robbie stellt sich als treulose Tomate heraus, der allen Mädchen die selben Komplimente macht, während sich Georgie auf einer Elsassfahrt mit Eltern und deren Freunden in deren Sohn Matthis verliebt hat. So schwören die beiden neu. Liebe ja, aber bei der Arbeit als Meeresbiologinnen Konzentration auf die Arbeit, denn: “Wer küsst schon unter Wasser?” Ein preiswertes, zeichnerisch herausragendes und inhaltlich gelungenes Buch, das ich überzeugt empfehlen kann.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 infe, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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