GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Morpurgo, Michael
Titel Warten auf Anya
Übersetzer / Originalsprache Fritz, KlausEnglisch
Illustrator Gotha, Britte
ISBN 978-3-551-58146-4 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 173 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Jo ist ein zwölfjähriger Junge, der in einem kleinen französischen Dorf in den Bergen wohnt. Dort verbringt er in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg seine Zeit damit Schafe zu hüten. Er muss schon bald viele zusätzliche Aufgaben in der Familie erledigen, da sein Vater in den Krieg gegen die Deutschen ziehen muss und schließlich in Kriegsgefangenschaft gerät. Eines Tages begegnet ihm ein Fremder, der ihn in sein Geheimnis einweiht. Von nun an ist in Jos Leben nichts mehr wie zuvor.
Beurteilungstext “Warten auf Anya” schildert in einer für Jugendliche zugänglichen Form die Situation der Menschen eines Dorfes in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges. Die geographische Abgeschiedenheit verhindert lange, dass den Menschen der Ernst der Lage bewusst wird. Die Männer des Dorfes sind im Krieg, um die “Boches” die Deutschen zu besiegen. Als dann erste Berichte von Kriegsgefangenschaft kommen und deutsche Soldaten das Dorf besetzen und Quartiere und Versorgung einfordern entsteht erst einmal Feindseligkeit. In der engen menschlichen Gemeinschaft finden jedoch Annäherungen statt. Auch die deutschen Soldaten haben Kinder, mussten ihre Dörfer verlassen und möchten gern auch einmal tun, was sie vor dem Krieg taten.
Jo, der Mittelpunkt Morpurgos Geschichte nähert sich, wenn auch zuerst widerwillig einem Unteroffizier, der seine Leidenschaft für die Natur teilt. Ein zartes Band bildet sich. Gleichzeitig muss er ein großes Geheimnis wahren, denn bei der Witwe Horcada sind Benjamin, ein jüdischer Mann, und viele jüdische Kinder versteckt, die über die Grenze nach Spanien fliehen wollen. Die Präsenz der Soldaten macht dies fast unmöglich.
Als dann Jos Vater, völlig verändert, verbittert aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt und ihn als Kollaborateur beschimpft macht das seine Situation noch komplizierter. Gemeinsam mit seinem Großvater, der hinter sein Geheimnis gekommen ist, weihen sie seine gesamte Familie und schließlich in einem verzweifelten Versuch die Kinder zu retten das ganze Dorf ein. Mit einer List gelingt es ihnen die Kinder, bis auf Benjamin und Leah, über die Grenze zu schmuggeln. Benjamin wollte nicht weg, da er auf seine Tochter Anya wartet, mit der er diesen Treffpunkt vereinbart hat und Leah konnte und wollte sich nicht von Benjamin trennen. Die beiden werden entdeckt und in ein Konzentrationslager deportiert.
An dieser Stelle reduziert Morpurgo sehr stark, auf wenige Informationen, vielleicht, um den Jugendlichen Leser nicht mit dem Schrecken und der Hoffnungslosigkeit dieser Lager zu konfrontieren. Mir ging es beim Lesen ein wenig zu schnell, so als würden alle Fäden kurz noch einmal in die Hand genommen, um sie zusammen zu führen. Das Ende der Geschichte hat mit Anyas Rückkehr einen positiven Ausblick, was ich wiederum sehr wichtig und richtig fand. Daher aus meiner Sicht eine Lektüre für 11 - 16jährige, die gerade erst beginnen sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 AZ, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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