GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor MCMANN, Lisa
Titel Wake - Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Übersetzer / Originalsprache Ohlsen, TanjaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-414-82233-8 Reihe
Verlag Boje, Köln, 2009
Seitenzahl 222 Preis 15,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Janie hat die besondere Fähigkeit, die Träume der Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung wahrzunehmen. Erst nach und nach lernt sie, diese belastende Begabung zu kontrollieren, so dass diese ihrer Liebe zu Carl nicht mehr im Wege steht und gar bei der Aufklärung eines Kriminalfalles hilft.
Beurteilungstext Wake - Ich weiß, was Du letzte Nacht geträumt hast" weckt die Erwartung an eine spannende Geschichte, vielleicht weil der Titel an den Horrorstreifen "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" erinnert. Eingelöst wird die Erwartung allerdings nicht.
Zwar ist es der Autorin Lisa McMann nachdrücklich gelungen zu schildern, welche Art von psychischen und physischen Belastungen die Protagonistin Janie aufgrund ihrer Gabe, in die Träume anderer hineingezogen zu werden, durchmacht. Die vielfältigen Möglichkeiten, die der Stoff geboten hätte, werden aber kaum umgesetzt.
Lange plätschert die Handlung vor sich hin, immer wieder unterbrochen von Rückblenden, die von Janies besonderer Fähigkeit und deren Entwicklung erzählen. Worum es neben ihrer Gabe geht, bleibt (zu) lange unklar. Zwischendurch gibt es Einblicke in unterschiedliche Teenagerträume, die lassen mehr als einmal den unmittelbaren Zusammenhang mit der Handlung vermissen, sind aber eine nette Illustration. So z. B. indem sie offenbaren, dass eine der hinterhältigen und oberflächlichen Schulschönheiten eigentlich auf Mädchen steht. Ansonsten gibt es in althergebrachter Manier ein bisschen Mädchenfreundschaft, Chaos und Stress mit dem Jungen, den man liebt, und natürlich eine plausible Erklärung für sein (vermeintliches) Fremdgehen: Er arbeitet als verdeckter Ermittler für die Polizei in einer Drogensache und mit Janies Hilfe kann auch das Drogenversteck gefunden werden. Wie Janie es nach und nach schafft, ihre Gabe zu kontrollieren und gezielt einzusetzen, um Menschen bei ihren Alpträumen zu helfen, erschließt sich dem Leser nur schwach. Klar wird einzig, dass die alte und blinde Mrs Stubin, die Janie im Pflegeheim bis zum Tod betreut, damit zu tun hat. Anscheinend hatte sie ähnliche Fähigkeiten, zumindest lässt ihr Abschiedsbrief an das Mädchen diesen Schluss zu.
Lobenswert ist, dass die Handlung in der weißen, amerikanischen Unterschicht angesiedelt ist und den Blick "von unten" vermittelt. Die Protagonistin und ihre Mutter leben von der Sozialhilfe. Da die alkoholkranke Mutter sich kaum um Janie kümmert, muss diese schon früh in einem Pflegeheim jobben, um nicht nur Geld für das College, sondern auch für den täglichen Bedarf hinzuzuverdienen.
In sprachlicher Hinsicht hat "Wake" ebenfalls nicht viel zu bieten: Weder überzeugt der stark parataktische Satzbau noch die langen Dialogpassagen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 str, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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