GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Rohner, Viola
Titel Von Mimi zu Mama und wieder zurück
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Gerritsen, Paula
ISBN 978-3-7152-0583-0 Reihe
Verlag Atlantis bei Orell Füssli, Zürich, 2009
Seitenzahl 24 Preis 13,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
8-9
Inhaltsangabe Jan ist ein Kind, das in zwei Familien lebt. Wie das wohl funktioniert?
Beurteilungstext Weil Jan eine Mutter und eine Pflegemutter hat, feiert er seinen fünften Geburtstag zweimal: zuerst bei Mimi, dann bei Mama. Er erhält viele Geschenke, unter anderem auch einen kleinen, zotteligen Stoffhund, der seinem Hund Bruno ähnelt. Am liebsten hätte Jan Bruno ständig bei sich, doch er muss bei Mama bleiben, weil er Haare verliert, stinkt usw.
Heute, an seinem Geburtstag, wird er nach dem Kindergarten von Mama abgeholt und darf bei ihr übernachten. Zu dritt kuscheln sie sich auf das Sofa und schauen einen Film an. Als es gefährlich wird, versteckt sich Jan hinter Bruno, schließt die Augen und schläft irgendwann ein. Am nächsten Tag geht Jan nach dem Kindergarten wieder zu Mimi. Als er auf dem Heimweg von großen Jungs geärgert wird, rennt er zurück zum Kindergarten und den ganzen weiten Weg zurück zur Mutter nach Hause. Zuhause findet Jan nur Bruno vor. Gemeinsam warten sie vergeblich auf Mutter. Schließlich macht sich Jan mit Bruno auf den Weg zu den Pflegeeltern. Diese schließen ihn überglücklich in die Arme und Bruno darf zum ersten Mal über Nacht bleiben. Am nächsten Tag holt Jans Mutter Bruno allerdings wieder ab. Jan nennt seinen Stoffhund, den er zunächst gar nicht mochte, nun liebevoll Brunino. Und alles ist wieder gut.
Sehr eindrucksvoll greift Viola Rohner eine Situation eines Kindes, das in zwei Familien lebt, auf. Sie erzählt ohne Abwertungen oder Beschönigungen aus der Sichtweise des Kindes. Am Ende bleibt ein nachdenklicher Leser zurück.
Die doppelseitigen Illustrationen beschränken sich auf die Hauptpersonen und sind hervorragend auf den Text abgestimmt. Mutter und Mimi werden äußerlich als völlig verschiedene Personen dargestellt, jedoch machen beide einen netten und liebenswürdigen Eindruck. Auch die farbliche Gestaltung spricht für sich. Zuhause bei Mutter lösen warme Farben (gelbe Tapete, grünes Sofa, rote Kissen, orangeneDecke) Wohlbehagen aus. Bei Mimi dagegen sind die Wände der Zimmer blau oder grau gestrichen, was ordentlich, sauber, fast steril wirkt.
Über den Inhalt des Buches sollten Kinder unbedingt mit Erwachsenen sprechen können. Das Buch hinterlässt viele offene Fragen und reichlich Diskussionstoff. Dies kann ohne weiteres im Ethik-, Religions- oder Sachunterricht geschehen.


Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 RPSchiff, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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