GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Poskitt, Kjartan
Titel Urgum der Barbar
Übersetzer / Originalsprache Walder, VanessaEnglisch
Illustrator Reeve, Philip
ISBN 978-3-570-13382-8 Reihe
Verlag cbj, München, 2008
Seitenzahl 432 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Grobschlächtig, laut und polternd: Das ist Urgum, der Barbar. Die Welt ist für ihn ein Spielplatz, den er mit seinen ZWÖLF Söhnen durchstreift, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Seine Todesverachtung kann er sich auch leisten, denn als letzter Gläubiger der Barbarengötter müssen diese nolens volens ihren Schirm über ihn halten. Doch irgendwann haben auch sie die Nase voll und schlagen ihn mit seiner größten Herausforderung…
Beurteilungstext … nämlich einer kleinen Tochter. Nichtsahnend vom letzten Beutezug heimgekehrt, empfängt sie ihn, und verzaubert sein Herz mit gewisser Verzögerung - spätestens seit dem gemeinsamen Kampf gegen den fiesen Steuereintreiber. Dass die Rahmenhandlung so erwartbar verläuft, verzeiht man Kjartan Poskitt gerne, denn das eigentliche Herz des Romans sind die zahlreichen Miniepisoden, die mit ausgesprochen überbordender, anarchischer Fabulierfreude ausgemalt sind: Ob einer der Söhne Urgums zum Gelingen einer Aufgabe beitragen kann, weil er seit einem folgenschweren Treffen mit Rasiermesserschlangen in 47 Säckchen ein mehr oder weniger untotes Dasein fristet, oder ob Urgums Weg ihn über den Grund seines eigenen Plumpsklos führt, Poskitts Ideenreichtum muss sich hinter dem etwa eines Walter Moers nicht verstecken.
Kongenial von Philip Reeves illustriert, der auch einige Bände der humortechnisch ähnlich gelagerten "Horrible Histories"-Sachbuchreihe bebildert hat, macht Urgum über weite Strecken sehr viel Spaß. Was dem Buch (und noch stärker dem Folgeband, "Wettkampf der Barbaren") den Weg in den Olymp der Lesefreuden versperrt, ist der fehlende Blick fürs Ganze: Viele Episoden machen noch keinen Roman. Die vielen Details fügen sich zu keinem Gesamteindruck, vieles an dem Weltentwurf wirkt ad hoc aus dem Ärmel geschüttelt und heterogen. Urgum kann wohl seine Herkunft aus einer Reihe mathematischer Sachbücher des Autoren nicht verleugnen: Er will sich, wie seine ganze Brut und Umfeld, nie wirklich aus den Niederungen der 'flat character' erheben. Fazit: Da ist noch Luft nach oben, aber man kann zuversichtlich sein, dass sich Urgum stur durchkämpfen wird. Oder dass es ihm völlig egal ist…
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 jr, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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