GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Hof, Marjolijn
Titel Tote Maus für Papas Leben
Übersetzer / Originalsprache Blatnik, MeikeNiederländisch
Illustrator
ISBN 978-3-8270-5323-7 Reihe
Verlag Berlin Verlag, Berlin, 2008
Seitenzahl 103 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
Inhaltsangabe Kikis Vater geht als Arzt immer wieder in Krisengebiete. Doch dieses Mal wird der Vater vermisst. Kiki hat ihre eigene Art, mit der Situation klarzukommen: sie kennt kaum jemanden, der einen toten Vater hat. Und sie kennt niemanden, der eine toten Vater und eine tote Maus hat. Wer eine tote Maus hat, der kann nicht auch noch einen toten Vater haben. Und so besorgt sie sich eine todkranke Maus, um die Wahrscheinlichkeit kleiner zu machen, dass ihr Vater stirbt.
Beurteilungstext Kikis Vater ist Arzt und geht immer wieder in Krisengebiete, um zu helfen. Zurück bleiben Kiki, ihre Mutter und der Hund Mona. Jetzt ist es auch wieder so weit und der Vater reist ab. Telefongespräche halten die Verbindung aufrecht. Doch plötzlich ruft der Vater nicht mehr an. Das Schlimmste ist eingetreten: er gilt als vermisst. Alle haben große Angst. Kikis Gedanken drehen sich um den Vater und um Wahrscheinlichkeiten: sie kennt nicht viele Kinder, die einen toten Vater haben - dies ist also nicht sehr wahrscheinlich. Aber einen toten Vater und eine tote Maus zu haben ist noch unwahrscheinlicher. Und so besorgt sie sich - heimlich - neben Piep, der Maus, die sie als Haustier bekommt, noch eine zweite todkranke Maus, welche dann auch tatsächlich stirbt. Sie beerdigt sie und hat damit die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Vater stirbt, kleiner gemacht. Doch als sie bei der Tierhandlung nach einem kranken Hund fragt, wird der Verkäufer misstrauisch. Aber erst als Kiki versucht, Mona in den Tod zu stürzen und dies auch beinahe tut, kommt sie zur Besinnung. Glücklicherweise wird der Vater gefunden. Er ist mit dem Auto über eine Miene gefahren und sein Bein ist schwer verletzt. Als er zurück ist, schwebt sein Leben immer noch in Gefahr. Das Bein ist nicht mehr zu retten, doch der Vater lebt. Die Erzählperspektive des Buches wirkt sprachlich glaubhaft und sehr natürlich. Die Sprache ist verständlich und der Leser kann sich gut in Kiki hineinversetzen. Sie ist ein Kind wie der Leser auch, mit Hobbys, Schule und einer Freundin, die ständig zu irgendwelchen Nachmittagsaktivitäten muss und selten für Kiki Zeit hat. Der Autorin gelingt der Balanceakt zwischen kindlicher Naivität, mit der sie Kiki von ihren Sorgen und Taten berichten lässt und der grausamen Realität, dass der Vater sterben könnte, tagtäglich, bei jedem Einsatz. Sie stellt dieses ernste Thema glaubwürdig da. Durch den gekonnten Einsatz von Situationskomik gelingt es ihr, die Geschichte erträglich zu machen. Sie spart die grausamen Details aus und doch wird dem Leser klar, was geschieht. So wird dem Leser in diesem recht dünnen Buch ein Teil der Welt nahe gebracht, der alltäglich ist und doch fern.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 BW-UKL, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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