GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Karimé, Andrea
Titel Soraya entdeckt das Meer
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Bodecker-Büttner, Annette
ISBN 978-3-85452-148-8 Reihe
Verlag Picus, Wien, 2009
Seitenzahl 14 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
Inhaltsangabe Das kleine Kamel Soraya lebt in einer Kamelherde, arbeitet, wartet und frisst. Es hat jedoch keine Lust mehr zu diesem eintönigen Leben und will allein in die Fremde gehen. So kommt es an das Ende der Wüste und sieht von Ferne das Meer. Wie der blaue Dschinn erscheint es ihm, vor dem die alten Kamele gewarnt hatten. Beim Näherkommen erkennt Soraya, dass es blaues Wasser ist. In einer alten blauen Plastikflasche nimmt sie etwas Meerwasser mit und zeigt es zu Hause den alten Kamelen.
Beurteilungstext “Soraya entdeckt das Meer” ist der Folgeband von “Soraya, das kleine Kamel”. Wahrscheinlich bekommt Soraya in dem ersten Buch die Sternenkette. Sie wird in dem vorliegenden Buch erwähnt, aber wahrscheinlich wird diese Information nur von dem erwachsenen Leser registriert, obwohl Soraya als einziges Kamel eine Sternenkette trägt.
Sie bezeichnet sich selber als ein besonderes Kamel, weil ihre Augen Abenteuer wollen. Damit benimmt sich das kleine Kamel wie ein Kind. Es empfindet die vertraute Lebenssituation als langweilig. Sie will sich damit nicht zufrieden geben. Sie schlägt alle Warnungen der erwachsenen Kamele in den Wind, sogar die Drohung, dass in der Fremde der blaue Dschinn lebt, der Kamele frisst. Soraya lebt in einer Herde, aber weder die menschlichen Besitzer noch die alten Kamele halten sie von ihrem Abenteuer ab. Sie kann auf ihrer Entdeckungstour über die ihr unbekannten Naturerscheinungen staunen. Als sie schließlich in ihre alten Lebensumstände mit selbst gemachten Erfahrungen zurückkehrt, bringt sie sogar noch einen Beweis als Anschauungsobjekt mit, die blaue Flasche mit Meerwasser. Sie kann damit bei den Erwachsenen Eindruck machen und entlarvt außerdem das Märchen vom Dschinn.
Der kindliche Zuhören weiß beim Vorlesen und Ansehen durch die Illustrationen immer mehr als das kleine Kamel, deshalb kann er sich über die Gedanken von Soraya amüsieren, der blaue Dschinn und der Sandsturm verlieren somit ihren Schrecken. Die Illustrationen zeigen Menschen in heutiger Zeit mit Taucherbrille , Rettungsringen und Autos. Außerdem sind noch eine Meerjungfrau und kleine skurrile Tierchen zu sehen. Es gibt viele Einzelheiten zum Entdecken und Benennen. Menschen und Tiere haben freundliche Gesichter. Warme Farben ziehen sich harmonisch über die Doppelseiten, in die die kurzen Texte in normaler Schriftgröße eingebettet sind. Die Figuren haben eine feine Umrisslinie, so wirken sie wie eine Collage.
Die mit orientalischen Mustern geschmückten Vorsatzblätter sowie die beiden Seiten des Buchdeckels strahlen durch ihre starke Farbigkeit einen großen Reiz aus. Text und Illustrationen bilden eine gelungene Einheit.
Die Sprache ist altersangemessen. Die Monologe von Soraya und die Dialoge mit den alten Kamelen sind witzig. Auf fast jeder Seite ist ein fettgedrucktes Wort, was die meisten deutschen Leser nicht verstehen werden; es wirkt arabisch, vielleicht ist auch nur lautmalerisch.
Menschen sind auf den Bildern zu sehen, im Text spielen sie keine Rolle.
Die märchenhafte Figur “Der blaue Dschinn” wird im Text gut erklärt, auch kleine Kinder merken sofort, dass man vor ihm keine Angst haben muss.
Die kleinen Zuhörer und Leser werden sich einen 3. Band mit Soraya wünschen, weil das kleine Kamel für Kinder und Erwachsene so liebenswert beschrieben und dargestellt ist.

Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 AB, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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