GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Brugman, Alyssa
Titel Solo
Übersetzer / Originalsprache Günther,Ulli und Herbert Englisch
Illustrator
ISBN 978-3-423-62408-4 Reihe Reihe Hanser
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 206 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
Inhaltsangabe Die Ich- Erzählerin Mackanzie wird nach einem Gewaltausbruch in ein Camp in Australien geschickt. Dort meldet sie sich für das “Solo” an. In der freiwillig gewählten Einsamkeit wird sie ehrlich zu sich selbst und erkennt den Einfluss ihrer Vergangenheit auf ihre Gegenwart. Sie erkennt: Man kann seine Geschichte nicht töten, man muss lernen, mit ihr zu leben.
Beurteilungstext Mackanzie ist ein aufsässiges, egoistisches Mädchen. Mit großem Pessimismus sieht sie die Welt und die Zukunft. Ihr fehlt nach eigener Auskunft die soziale Motivation. Auch nach ihrer Ankunft im Camp hat sie große Schwierigkeiten, Kontakte aufzunehmen. Interessant findet sie den Jungen Callum, sie beobachtet ihn und stellt sich Fragen.
Mackanzie spielt die Coole. Panikattacken machen ihr diese Rolle aber schwer. Entspannungs- und Sensibilisierungsübungen helfen letztendlich auch nicht.
Kann die Isolation in den Outbreaks helfen?
Vierundzwanzig Stunden ist Mackanzie dort auf sich allein gestellt, obwohl es die Möglichkeit der Kontaktausnahme mit den Betreuern gibt. Die Stille und die neuen Sinneseindrücke lassen Verdrängtes an die Oberfläche kommen.
Nach und nach wird deutlich, dass Mackanzie ein tief gestörtes Kind ist. Nach einem rasanten sozialen Abstieg der Familie bricht diese auseinander. Niemand will das Kind. Die Mutter flüchtet in den Alkohol, der Vater entpuppt sich als Drogenhersteller und ist letztlich verantwortlich für den Tod seines Sohnes. Die Großeltern verschließen die Tür. Es folgen sexuelle Belästigung, Pflegefamilien, Essstörungen, Ängste, Misshandlungen und Kriminalität.
Mackanzie verliert das Vertrauen in alle Mitmenschen nachhaltig. Erst durch ihre Freundschaft und die Gespräche mit Callum begreift sie, dass jede Beziehung ein Risiko ist und Freundschaft nur auf der Basis von Vertrauen und Ehrlichkeit basieren kann.
Die Geschichte wird in sechs Teilen mit Überschriften erzählt. Liedtexte und philosophische Zitate bilden den Auftakt.
Mackanzie erzählt ihre Geschichte in kurzen, zeitweise unvollständigen Sätzen, sie schiebt Aussagen und Feststellungen lückenlos aneinander und hierdurch wirken sie äußerst massiv. Daneben wird erklärend erzählt und geschildert.
Die gewählten Metaphern sind nicht immer leicht verständlich, aber die Entwicklung der Geschichte packt den Leser.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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