GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Smith, Pete
Titel So voller Wut
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5486-2 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2009
Seitenzahl 159 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe “Ich bin ein Mensch. Ich will selbstbestimmt leben”, schreibt Ronin in sein Internettagebuch. Jeder kann dort nachlesen, wie frustriert, voller Wut und einsam der Schreiber ist. Niemand tut es und niemand ahnt bis zum Schluss, dass er Amok laufen wird, um sich danach selbst zu töten.
Beurteilungstext In der Schule herrscht Ausnahmezustand, denn es ging eine Attentatsdrohung ein. Die Vorsichtsmaßnahmen erweisen sich als oberflächlich, chaotisch und wenig durchdacht. Sie zeigen ratlosen Aktionismus. Die Nerven der Schüler und Lehrer liegen blank, alle schwanken zwischen Angst und dem Ignorieren der Situation.
Nichts passiert. Die Polizei sucht den Schreiber der Mail und kommt- wenn auch später als der Schüler Jamal- auf die Täterin. Jamals Freundin schrieb die Mail aus Spaß. Ihr drohen nun eine Gerichtsverhandlung, Bußgeld oder eine mehrjährige Haftstrafe.
Die Mail hat viele ungeahnte Folgen:
Die Presse stürzt sich auf die Story. Das Jugendgericht verhängt Jugendarrest. Mitschüler, Lehrer und sonstige Beteiligte erleiden Angst und Aufregung. Die Vorsichtsmaßnahmen in der Schule und der Polizeieinsatz kosten viel Geld.
Nachahmer treten auf den Plan. Und Ronins Leben ändert sich.
Er schreibt in sein Internetttagebuch von seinem Frust, seiner Wut und lässt sich aus über die sinnentleerte Welt. Er ist ein einsamer, ängstlicher, frustrierter, trauriger Junge. Nur sein sterbender Opa akzeptiert ihn so, wie er ist und hält ihn auf der Welt. Drei Wochen soll es dauern, bis Ronin selbst zu Hause und in seiner Schule Amok läuft. Niemand hatte in ihm einen möglichen Täter gesehen. Er war still und unauffällig. Es gibt sieben geplante und zufällige Opfer und schließlich einen Selbstmord. Wer trauert um den Täter. Ist er nicht auch vorher Opfer ewesen? Um die Opfer trauern viele.
Abwechselnd erfahren wir aus dem Internettagebuch und von der Geschichte Jamals und seiner Freundin. Bis zum Schluss bleibt verborgen, wer hinter dem Internetnamen “Ronin” verborgen ist.
Die Geschichte ist spannend, verarbeitet Fakten über Amokläufer und regt zum Nachdenken an. Kann irgend jemand einen Mitmenschen so gut kennen, dass seine Taten vorhergesehen werden können? Offensichtliche Anzeichen werden in der Regel erst nach der Tat erkannt und richtig interpretiert. Deutlich wird auch: Eine solche Situation ist nicht beherrschbar. Zufälle entscheiden über Leben und Tod.
Das Buch hat durch die jüngsten Amokläufe traurige Aktualität. Gibt es Ratschläge für mögliche Täter oder ist es eine Lektüre, die zum genauen Hinsehen aufruft? Auch hierüber kann und muss diskutiert werden.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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