GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Ehrhardt, Kari
Titel Reise mit Kaktus
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-511-58209-6 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 287 Preis 13,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Softcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Maja ist immer vorsichtig und bemüht, nichts Gefährliches zu tun. Shawn-Frederik dagegen kleidet sich unkonventionell und schminkt sich. Die beiden waren früher die besten Freunde, bis Shawn es uncool fand, mit einem Mädchen befreundet zu sein. Seitdem hat Maja nur noch Freundinnen, die um die Achtzig sind. Dann hat Shawn einen Unfall, leidet unter Gedächtnisverlust und seine Mutter bittet Maja, auf einem Musikfestival auf ihn aufzupassen. Und Maja ist zu höflich, um Nein zu sagen.
Beurteilungstext Maja, fast sechzehn, lebt nach der Regel: „Tue nichts Gefährliches". Sie geht nicht in die Disko, ist immer pünktlich und höflich, sie macht absolut nichts Gesundheitsschädliches oder Verbotenes. Daher sind die einzigen Freundinnen, die sie hat, um die Achtzig. Shawn-Frederik ist das genaue Gegenteil: unangepasst, mit gefärbten Haaren und Schminke im Gesicht. Er war bis zum Ende der Grundschulzeit Majas bester und einziger Freund und hat sie dann einfach aus seinem Leben gestrichen. Denn ab einem gewissen Alter sind Mädchen uncool. Erst als Shawn einen Unfall hat und unter Gedächtnisverlust leidet – er kann sich an die letzten Monate nicht mehr erinnern – und seine Mutter bei Maja anruft, kommt es wieder zu einem zögerlichen Kontakt. Maja ist zu höflich, um die Bitte der Mutter auszuschlagen, sich bei einem mehrtägigen Festival um Shawn zu kümmern. Und so machen sich die beiden mit Zelt (und in Majas Fall mit Arthur – ihr Kaktus und Trost – im Rucksack) auf den Weg. Auf der mehrtägigen Tour treffen sie noch andere Freunde von Shawn, die ebenfalls Fans der Musikgruppe Galaxy Glitter sind. Im Verlauf der fünf Tage entspannt sich Maja ein wenig und lässt von ihrer starren Haltung ab. Am Ende scheint es ihr sogar Spaß zu machen – und sie bekommt einen total bakterienverseuchten ersten Kuss, allerdings nicht von Shawn. Das Buch ist aus der Sicht von zwei Ich-Erzählern geschrieben, mal berichtet Maja von den Ereignissen, mal erzählt Shawn. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und zudem mit Datum und Uhrzeit versehen. Die Hauptpersonen gewähren einen Einblick in ihr kompliziertes Innenleben. Die Gedanken und Handlungen von Maja wirken seltsam, doch mit der Zeit wird dem Leser die allzeit panische Maja sympathisch und auch Shawn, der in den Erzählungen von Maja einen recht gedankenlosen Eindruck macht, wächst dem Leser ans Herz, wenn er erzählt. Die ganze Gruppe wirkt anfangs befremdlich in der übersteigerten Art, wie sie sich für die Konzerte herrichten, doch je länger alle zusammen sind, desto verständlicher werden die Handlungen der einzelnen. Die jugendliche Erzählperspektive wirkt glaubhaft und der Leser kann sich durch die recht ausführliche Schilderung des Innenlebens in beide Protagonisten gut einfühlen. Die Sprache der Jugendlichen untereinander ist ebenfalls gelungen. Es handelt sich um kein tiefgründiges Buch, doch es ist flüssig zu lesen und bietet sich für weibliche Vielleser an.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 BW-UKL, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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