GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Benedictus, David
Titel Pu der Bär - Rückkehr in den 160-Morgen-Wald
Übersetzer / Originalsprache Rowohlt, HarryEnglisch
Illustrator Burgess, Mark
ISBN 978-3-7915-2679-9 Reihe
Verlag Dressler, Hamburg, 2009
Seitenzahl 208 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählungen
Zielgruppe 6-7
8-9
10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Da ist er wieder! Aus der Schule zurückgekommen ist Christopher Robin in den Hundertsechzig-Morgen-Wald, wo ihn seine Freunde schon fast vergessen haben. Die Weiterführung der Geschichten um Pu und Christopher und all die anderen. Davin Benedictus hat im Stil und Geist von Alan Alexander Miles geschrieben, Mark Burgess im Stil von E. H. Shepard gezeichnet und Harry Rowohlt hat wieder übersetzt. Gelungen? Gespalten.
Beurteilungstext Warum muss eine Erfolgsgeschichte mit dem Charme der "alten Zeit" nicht nur ausgegraben, sondern im gleichen Stil fortgeführt werden? Gelungen (ja) oder auch nicht, die Frage führt deutlich darüber hinaus. Harry Rowohlt, der Übersetzer, hat mit seinen unregelmäßigen Kurzberichten in der Zeitung "Die Zeit" schon eine Weiterdeutung im Sinne des einfältigen und dennoch oder gerade deswegen weisen (Teddy-) Bären Pu vorgenommen. Eine Wiederholung, ein Nach- und Weiterspann im Sinn vom Autor (und auch vom Illustrator) war nicht vorgesehen.
Pu (Pooh) stammt aus dem Jahr 1926, erfuhr zwei Jahre später eine Erweiterung (The house at Pooh Corner) und wurde bereits 1928 erstmals ins Deutsche übersetzt, 1998 erneut durch Harry Rowohlt.
Um es vorweg zu nehmen: Es gelingt dem Autor, nicht nur den Stil, sondern auch den Geist der Geschichten zu transportieren. Die Charaktere bleiben, wie sie damals erschaffen wurden, der Junge kommt hinzu nach einer offensichtlich kurzen Zeit des Schulbesuchs. Die Erklärung ist natürlich nur bedingt gültig, zumal Christopher nicht sehr viel gelernt hat in dieser Zeit. Ein Buchstabierwettbewerb macht das deutlich. Gut, dass es regnet, denn bei Unwetter werden solche Wettbewerbe abgesagt und finden eine Ergänzung im Haus des Jungen.
Neu tritt auf die Otterfrau Lotti, die alteingesessene Eule heißt jetzt Oile und ist - besonders gegenüber der Otterfrau - gar nicht weise, wie sie es ihrem Charakter nach eigentlich sein müsste. Alle Tiere sind - der Vorgabe von A. A. Milne gemäß - ein bisschen oder sogar ein bisschen mehr einfältig. Das beginnt mit dem bereits genannten Buchstabierwettbewerb, geht über den Versuch, die Trockenheit zu überwinden weiter und endet (fast) im Kricketspiel und einer Sehnsucht von Tieger, der sich im Deutschen immer noch mit ie schreibt.
Die Bilder sind ein kleines Bisschen deutlicher, schärfer, greifen aber ansonsten wirklich den Stil von Shepard auf. Warum sich allerdings die Übersichts-Landkarte zu Beginn der Geschichte deutlich im Vergleich zu den alten Geschichten veränderte, wird nicht deutlich.
Die Frage, ob eine Fortsetzung mehr bringt als die alten Geschichten ohnehin transportierten, ob die Fortsetzung nicht eher "kalter Kaffee" ist oder ob das neue Buch die (literarische) Bedeutung der Milne-Fassung nicht eher "nach unten zieht" als sie in Erinnerung zu rufen - die kann der Rezensent nicht beantworten, aber es gilt wohl auch hier der Satz, dass man magische Momente nicht erneut aufrufen kann. Der Engländer kennt den Begriff "campy" für etwas, das sich - unbeabsichtigt - zum "Kult" entwickelte. Gleichzeitig wird damit aber auch klar, dass dieser Vorgang nicht zu erzwingen ist.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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