GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Wegmann, Ute
Titel Never alone
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-423-62379-7 Reihe
Verlag dtv, München, 2008
Seitenzahl 311 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Johann, Nick, Marc und Florian haben die üblichen Probleme, die man als fast Sechzehnjähriger hat. Neben der Freundschaft der Jungs untereinander sind das Hoffen auf den ersten Sex und die Schwierigkeiten mit der Familie (insbesondere die nicht anwesenden Väter), unter denen man als Jugendlicher zu leiden hat, die Hauptthemen dieses Buches.
Beurteilungstext Johann, Nick, Marc und Florian sind schon lange befreundet. Sie sind fast sechzehn, in einer Klasse, treffen sich, um Fußball zu spielen, ins Kino zu gehen oder sie arbeiten gemeinsam an ihrer Seite für die Schülerzeitung. Das Leben der Freunde ist nicht immer einfach. Johann ist von seiner Freundin verlassen worden. Daraufhin rastet er nach einem verlorenen Spiel ihres Fußballvereins aus und verletzt - für die anderen völlig überraschend und ohne Grund - ein Mädchen. Nicks Vater ist kaum für seine Familie da, denn er ist ein gefragter Chirurg. Als er bei einem Autounfall stirbt, zieht sich Nick zurück und auch die Versuche der anderen, ihm zu helfen, laufen erstmal ins Leere. Marc kommt aus dem Urlaub zurück und hat sich verliebt, leider wohnt seine Angebetete in Amsterdam und er hat keine Ahnung, wie er sie finden soll. Und Florian ist schon am Anfang der Geschichte weit von der Gruppe entfernt. Er kommt immer häufiger nicht zu den Treffen der Freunde, denn er hat das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Er trifft sich lieber mit einer Gruppe von Jugendlichen, die sich am Bahnhof treffen. Sie kann er mit seinem Wissen über Musik beeindrucken und dort fühlt er sich auch nicht als der „Kleine". Als Klammer, welche die Geschichte zusammen hält, fungiert die Wette, wer der Erste ist, der richtigen Sex hatte. Neben den Mädchen sind die Väter eines der Hauptthemen des Buches, denn alle vier leiden unter dem Nicht-Vorhanden-Sein oder dem Nicht-Kümmern der Väter. Keiner der Jungen ist mit der Beziehung zu seinem Vater zufrieden, der eine wohnt weit entfernt, ein anderer sagt Verabredungen immer wieder ab, oder er ist immer am Arbeiten… Die Vier leben ihr Leben, haben Berührungspunkte, machen immer wieder etwas gemeinsam, aber der Leser hat das Gefühl, dass sie sich nicht wirklich „treffen, denn was den anderen bewegt, bekommen die Freunde oft nicht mit. Die Geschichte reiht sich aneinander und wird aus der Sicht der einzelnen Jungen geschildert. Am Schluss, als sich die Lage zuspitzt, gelingt es den Jungen, wieder zueinander zu finden und sich zu unterstützen. Mit dem Beginn des Buches werden dem Leser die Charakterzüge der einzelnen Jugendlichen angedeutet, von dort aus entwickelt sich die Geschichte. Die Erlebnisse und Gedanken der Einzelnen reihen sich aneinander. Es ergibt sich eine Schnittmenge gemeinsamer Aktivitäten, doch die Gefühle der anderen werden nur begrenzt wahrgenommen. Aus der Ich-Perspektive der einzelnen Protagonisten wird abwechselnd erzählt und so die sonst begrenzte Perspektive ausgedehnt. Der Leser erhält eine bessere Einsicht in das Leben der Protagonisten, als es den Freunden untereinander möglich ist. So erhält der Leser einen Einblick in die Emotionen der männlichen Protagonisten. Es wird eine große Bandbreite an Themen angesprochen, die auch bei den Lesern aktuell sind, die Jugendlichen wirken authentisch, handeln nicht immer vorbildlich, daher bleibt dem Leser der erhobene Zeigefinger erspart. Dadurch und durch die vier unterschiedlichen Charaktere kann sich der Leser gut mit den Protagonisten identifizieren. Auch die Sprache ist glaubhaft und der Zielgruppe angepasst. Die Lebenswelt der Jungs ist gelungen dargestellt. Und neben solider Unterhaltung bleibt beim Leser - wenn er mag - die Botschaft des Buches zurück, dass das Leben kompliziert und anstrengend ist, aber dass man durch die Unterstützung seiner Freunde mit vielem klarkommt.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 BW-UKL, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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