GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Kaci, Karin; Wolfertstetter, Klaus,
Titel Miss SOS
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-522-20061-5 Reihe Die Klasse
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 156 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Susan aus Klasse 9c ist so was wie die Psychologin der Klasse. Jederzeit hört sie sich die Sorgen der anderen an und hat immer Tipps und Ratschläge parat. Das kippt aber, als sie selbst Probleme hat. Jetzt ist niemand für sie da, in der Familie findet sie auch keinen Rückhalt.
Beurteilungstext Susan aus der 9c ist eine tolle Schülerin, ist immer für andere da, hat Tipps und Ratschläge für alle Probleme ihrer Mitschüler/innen. Niemand weiß aber wie es in ihr aussieht. Als sich Frank aus ihrer Klasse annähern will im Bio-Projekt kommt ihr das erst merkwürdig vor. Erst langsam lässt sie sich auf den Kontakt mit ihm ein, über Sachinhalte aus dem Projekt. Seine Art ist ihr fremd, aber sie kann sie mehr und mehr zulassen. Plötzlich fehlt Frank in der Schule, Susan erhält keine Nachricht von ihm. Inzwischen hat sie sich sogar ein bisschen in ihn verliebt.
Ihre Familie besteht aus Eltern, die nicht viel miteinander gemeinsam haben, und einem älteren Bruder Lars, der ihr immer vorgehalten wurde. Im Grunde eine zerrüttete Familie, die aber den Schein nach außen aufrechterhält. Nun macht der Bruder Probleme, und er soll auf ihre Schule wechseln. Da in der Familie nicht viel und nicht offen geredet wird erfährt sie das erst relativ spät.
Lars ist nun an der Schule, in der Oberstufe des Schiller-Gymnasiums, und erklimmt im nu die Leiter der Beliebtheit bis auf die obersten Sprossen. Das ärgert und irritiert gleichzeitig Susan. Was sie insbesondere ärgert ist die Tatsache, dass Lars sich von ihr und dem Familienleben immer mehr zurückzieht. Es werden merkwürdige Dinge für Lars geliefert, in der Schule macht Lars Aufsehen mit einem eigensinnigen Kunstprojekt. Er scheint immer verschrobener zu werden. Und Susan hat niemand mit dem sie reden kann, sie fühlt sich miserabel. Dies wird gefördert durch die Reaktion von einigen Lehrkräften, die ihren Bruder als ein großes Talent ansehen und ihr unter die Nase reiben.
Es kommt zu einem Eklat in der Schule: Jemand ist am Wochenende eingebrochen und hat das Büro der Schulleiterin verwüstet. Alles ist rot eingesprüht und über der Tür steht “Für ein bisschen Wärme”. Der Täter wird nicht ungeschoren davonkommen. Susan ist es mulmig zumute, denn sein Bruder ist seit 2 Tagen nicht aufgetaucht.
Das Drama nimmt seinen Lauf. Die Polizei hat Lars aufgefunden, schließlich muss er in die Psychiatrie, eine Psychose wird diagnostiziert. Ihre Eltern sind unfähig adäquat zu reagieren. Inzwischen ist Fank aber wieder da, er war krank.
In einer düsteren Stimmung endet das Buch, aber Fank und Susan sind sich nah. Er hält zu ihr und weiß wie es in ihr aussieht.
Eine Botschaft steckt in dem Roman: Es ist wichtig auch sich selbst zu öffnen, von sich zu erzählen; nicht nur anderen zuzuhören. Nur so kann Freundschaft entstehen.
So wie hier beschrieben könnte es in vielen Familien zugehen - wenig Kommunikation, wenig Interesse füreinander. Ein trauriges Bild. Darum regt das Buch zum Nachdenken an.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive der Susan geschrieben, in altersangemessener Sprache und Stil.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Ter, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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