GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schilling, Regina
Titel Mach’s gut, Herr Wurst
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-414-82221-5 Reihe
Verlag Boje, Köln, 2009
Seitenzahl 158 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Die kleinen und großen Katastrophen des Alltags im Leben zweier nicht ganz normaler Familien begegnen sich.
Beurteilungstext Herr Wurst ist ein Hund, der seinen Namen seinem Aussehen zu verdanken hat. Aber er ist Arnos bester Freund. Mit seiner Mutter, der Vater ist schon lange verstorben, zieht er in ein Haus ein, in dessen Erdgeschoss ein Bestattungsunternehmen ist. Mit Viktoria, der Tochter des Unternehmens, freundet er sich an, obwohl er sie eigentlich für viel zu dick hält. Viktoria gefällt der Hund. Sie ist die einzige im Haus, die Herr Wurst leiden kann. Seit Langem wünscht sie sich sehnlichst ein Haustier, doch Viktorias Oma findet das unhygienisch wegen der Verstorbenen, die in der Leichenkammer aufbewahrt werden.
Arnos Mutter ist Hebamme. Hier treffen zwei Gegensätze aufeinander, nach Arnos Mutter: “die Begrüßung” und “der Abschied”. Das beschäftigt die beiden Kinder sehr. Arno möchte einmal eine Leiche sehen und Victoria bei einer Geburt dabei sein.
Als ausgerechnet Edwin, der neue Freund von Arnos Mutter, Herr Wurst überfährt, bricht Arnos Welt zusammen. Lediglich Viktoria findet einen Weg, ihm zu helfen. Schließlich hat sie darin Erfahrung, wie man mit der eigenen Traurigkeit und der anderer Menschen umgeht. An Weihnachten wird alles wieder gut. Edwin zieht an Heiligabend bei ihnen ein und Arno verzeiht ihm, denn er wird bald ein Brüderchen oder Schwesterchen bekommen. Viktoria findet ein Meerschweinchen unter dem Weihnachtsbaum und darf demnächst bei der bevorstehenden Geburt dabei sein.
Wie nahe Freud und Leid im alltäglichen Leben beieinander liegen, wird in dieser humorvollen, aber auch nachdenklichen Geschichte erzählt. Es erfordert einen unheimlichen Mut, diese Gegensätze anzusprechen und altersgerecht zu vermitteln. Dies ist der Autorin anschaulich und realistisch gelungen. Nichts trägt zur Verängstigung oder zur Beschönigung bei. Illustrationen würden die kindlichen Gefühle sowie die Fantasie der Kinder nur beeinträchtigen. Deshalb ist es von Vorteil, dass keine vorhanden sind.
“Mach’s gut, Herr Wurst!” ist ein Novemberbuch, weil in diesem Monat der Verstorbenen besonders gedacht wird. Es bietet sich an, es im Ethik- oder Religionsunterricht vorzulesen. Viele Kinder können sich mit dem Inhalt identifizieren und ihn mit eigenen Beiträgen bereichern.

Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPSchiff, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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