GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Bansch, Helga
Titel Lisa will einen Hund
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Bansch, Helga
ISBN 978-3-314-01678-6 Reihe
Verlag Nord-Süd, Gossau, 2009
Seitenzahl 28 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
6-7
Inhaltsangabe Lisa ist hartnäckig, aber ihre Eltern bleiben fest. Da nützt weder ein steter Tropfen ("Was wünscht du dir zum Geburtstag?" "Ich will einen Hund!") noch ein Wutausbruch. Die Wohnung ist zu klein, die Zeit ist zu knapp, ein Hund stört im Urlaub … Die Eltern finden viele Gründe, aber gegen Lisas Idee sind sie dann doch hilflos.
Beurteilungstext Lisa kann nämlich schreiben, und sie fertigt viele Zettel an, die sie an die Bäume im Park heftet. Auf dem Papier steht: "Suche Leihhund zum Spazierengehen, Spielen und Spaßhaben. Rasse egal - soll nur lieb sein. Lisa". Dann noch die Adresse hinzugefügt und gewartet.
Nach zwei Tagen erfüllen sich Lisas Träume. Auch wenn Rolfi nur ein Leihhund ist und dazu ein dicker Dackel, so wackelt er doch gleich hinter ihr her und leckt ihr die Hand.
Alle haben etwas von dieser Entwicklung. Lisa hat einen Hund, der dicke Hund hat endlich wieder Auslauf, der alte Besitzer von Rolfi hat kein schlechtes Gewissen mehr und Lisas Eltern haben keinen Hund. Eine schöne Moral: Mit etwas gutem Willen geht (fast) alles.

Auf dem Titelbild hat Helga Bansch 16 verschiedene Hunde abgebildet, einer lieber als der andere, selbst wenn die spitzen Zähne und der rote Schlund im schwarzen Fell ein wenig gruselig wirken, die Augen aller Hunde blicken mit dem sprichwörtlichen "Dackelblick" und der Mund, Verzeihung, die Schnauze ist menschlich deutlich in den Maulwinkeln nach oben gezogen.
Das Gesicht der Lisa durchlebt in acht schmalen Bildern alle Gemütsregungen von Hoffnung bis Wut, von Bravsein bis tiefe Trauer. Die sieben Geburtstagskerzen deuten auf ihr Alter hin, da beschließt sie, "die Sache selbst in die Hand zu nehmen". Die Figuren sind nicht sehr sympathisch gezeichnet, Lisa selbst hat dünne Ärm- und Beinchen, leuchtend rote Haare, einen etwas zu schweren Kopf. Dass die anderen Kinder nicht mit ihr spielen, nehmen wir fast nebenbei auf einem der Bilder zur Kenntnis. Ihre Eltern und den alten Mann ohne Namen sehen wir nur auf einem Bild. Wenn Tempo ins Spiel kommt, zeichnet Helga Bansch schmale Streifen, ansonsten benutzt sie die Doppelseite, in die auch der Text integriert ist. Warum sie mehrfach kleine Zettel auf ihre Bilder klebte und dann übermalte, bleibt unklar. Vielleicht sollte so der Anschein von Perfektionismus vermieden werden.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund