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GEW |
Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM |
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Autor |
Orlev, Uri |
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Titel |
Lauf, Junge, lauf |
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Übersetzer / Originalsprache |
Pressler, Mirjam / Hebräisch |
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Illustrator |
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ISBN |
978-3-407-80925-5 |
Reihe |
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Verlag |
Beltz, Weinheim, 2004 |
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Seitenzahl |
230 |
Preis |
14,00 € (D) |
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Ausführung |
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Einsatzmöglichkeiten |
Büchereigrundstock |
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Medienart |
Buch: Hardcover |
Gattung |
Roman |
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Zielgruppe |
12-13 ab 18 |
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Inhaltsangabe |
Dem ca. 9-jährigen Srulik gelingt die Flucht aus dem Warschauer Ghetto. Die folgenden Jahre schlägt er sich durch, lebt in Wäldern, arbeitet in Dörfern, mal wird ihm geholfen, mal wird er verraten, aber er überlebt. Nach Kriegsende soll er seine jüdische Identität wieder annehmen, obwohl er sich kaum noch an seine Familie erinnern kann. |
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Beurteilungstext |
Uri Orlev, der bedeutendste Jugendbuchautor Israels, ausgezeichnet mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis 1996, erzählt die Geschichte des Joram Fridmann, wie er sie von ihm gehört hat. Das tut er in einer so klaren Sprache, dass dieses Buch bei aller Schreckniss, die es enthält, auch ein Dokument des Lebensmutes ist. Srulik, der sich zum Schutz den polnischen Namen Jurek zulegt, lernt in jeder Situation hinzu. Es wirkt oft unglaublich, welche Gefahren dieser etwa Neunjährige meistert, wichtiger erscheinen oft die detailgenauen Beschreibungen, wie Jurek seine Umgebung wahrnimmt, sich ernährt, wie er sich nach menschlicher Nähe sehnt, die ihn immer wieder in Lebensgefahr bringt. Orlev schreibt aus der Perspektive des Jungen, er verzichtet weitgehend auf die Schilderung von Gemütsregungen. Wie ein mündlicher Erzähler stellt er das Geschehen in den Vordergrund, bleibt aber in der Präteritumform auf Distanz. Das Überwältigende in seiner Darstellung der Menschen, die Jurek trifft, die ihm helfen oder ihn verraten, die er verliert oder die ihn abweisen oder unterstützen, ist die Erkenntnis, dass es gute und schlechte auf allen Seiten gibt, dass es keine Frage der Nationalität oder Parteizugehörigkeit ist, die darüber entscheidet. Es gibt den rassistischen jungen polnischen Arzt wie die verständnisvolle Bauernfamilie, den gutmütigen deutschen Soldaten wie den Gestapomann, der ihn bei seiner polnischen Freundin unterbringt. Und es gibt am Schluss die Vertreter jüdischer Organisationen, die ihn gegen seinen Willen aus seiner polnischen Familie reißen, um ihn wieder zum Juden werden zu lassen. In dieser Menschlichkeit im Guten wie im Bösen, in den Übergängen zwischen Beidem, liegt das Besondere der Geschichte. Viele kleine Szenen betreffen das alltägliche Leben auf der Flucht, das Leben im Wald, die Strategien bei der Nahrunggssuche, bei Diebstählen und kindlichen Spielen. Darin trifft der Autor einen Ton, der schon jüngere Leser fasziniert und ihr Interesse weckt, ohne dass sie den irrsinigen Zusammenhang ganz verstehen werden, der im Buch nur den Rahmen bildet. Zu den ergreifenden Stellen gehört die Szene, als Srulik-Jurek auf der Flucht vor deutschen Militärs seinen Vater in einem Kartoffelfeld trifft, der ihm letzte Ratschläge gibt, bevor er sich, um den Sohn zu retten, opfert. Da wird spürbar, dass ein solches Buch unbedingt das Gespräch zwischen erwachsenem und jüngerem Leser fordert. Im Nachwort gibt der Autorr eine kurze Zusammenfassung, was mit Joram nach seiner Einweisung ins jüdische Waisenhaus passierte und wie er an diese Geschichte geriet. Ein knappes Glossar erklärt historische und jüdische Begriffe. |
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Bewertung |
sehr empfehlenswert |
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Rezensent |
uwo, Berlin |
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in der AJuM Datenbank |
Ja |
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Die Rezension ist der Datenbank unter
www.ajum.de entnommen. |
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