GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Gabella, Mathieu
Titel Krieg der Knöpfe
Übersetzer / Originalsprache Gremmel, Caroline
Illustrator Vernay, Valérie
ISBN 978-3-9387-6622-4 Reihe
Verlag Kinderbuchverlag Wolff, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 32 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Comic
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Die Graphic Novel "Der Krieg der Knöpfe" handelt von einem "Kleinkrieg" zwischen zwei verfeindeten Jugendbanden aus Longverne und Velran. Ihr Streit basiert auf einer tief verwurzelten Feindschaft der zwei Dörfer. Regelmäßig kommt es zu Kämpfen, bei denen die Verlierer ihre Knöpfe opfern müssen.

Beurteilungstext Der Comic "Krieg der Knöpfe" ist ganz nach der Definition einer graphic novel(z.B. im Flyer des Carlsen Verlages) eine gekürzte Bildergeschichte zu dem gleichnamigen Roman von Louis Pergaud, der erstmals 1912 in Frankreich erschien.
Charmant und witzig wird hier die Geschichte der verfeindeten Dörfer Longverne und Velran erzählt, die turbulente Höhepunkte in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den jugendlichen Söhnen findet. (Nur ein Mädchen darf - weil sie Brüder hat, die Freundin des Anführers wird und später Knöpfe annähen darf - teilnehmen)
Warum diese Feindschaft so verwurzelt ist, wird nicht deutlich, nur, dass es keinen Ausweg aus dieser Situation gibt.(Im Roman und im Film wird sie übrigens überwunden!)
Die Comic-Ausgabe überzeugt durch aussagekräftige Bilder, die dazu auffordern, sich das Buch mehrmals anzusehen, damit man die kleinen Details bemerkt, die noch zusätzlich in ihnen versteckt sind. Witzig und unterhaltsam stehen natürlich Szenen im Mittelpunkt, in denen nackt gekämpft wird oder gedemütigte Opfer ohne Knöpfe zu ihren strengen Vätern zurückgehen müssen. Außerdem sind die streitenden Dorfjungen ständig um neue Ideen bemüht, wie sie ihre Gegner ausschalten können, brutale Gewalt wird dabei abgelehnt.
Inhaltlich kommen ergänzend zum Thema "Krieg der Knöpfe" noch die Themen autoritäre Strukturen in Familie und Schule hinzu. Anhand der Bilder und auch teilweise am Text, wird verdeutlicht, wie Jugendliche damals erzogen bzw. unterrichtet wurden. Lebensbedingungen und Kindheit auf dem Lande vor etwa 100 Jahren kommen in dem Roman und der Schwarz-Weiß-Verfilmung des Klassikers deutlicher zum Ausdruck. Nimmt man sie ergänzend zur Lektüre dieser Novel hinzu, kann man damit gut in Kleingruppen diese Thematiken wie Erziehung und Schule früher sowie Gruppenkonflikte erarbeiten. Interessant erscheint auch der Gedanke, den “Krieg der Knöpfe” parallel mit unterschiedlichen Medien zu bearbeiten. Die graphic novel spricht heutige Leser stärker an, aber sie ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre für schwache Leser.


Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 xyz, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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