GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Hilburn, Lynda
Titel Kismet Knight – Vampirpsychologin
Übersetzer / Originalsprache Gaspard, ChristineEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-426-28302-8 Reihe
Verlag Droemer Knaur, München, 2009
Seitenzahl 464 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Fantasy
Zielgruppe 16-17
ab 18
Inhaltsangabe Die aufstrebende Psychotherapeutin Kismet Knight hat schon viel gesehen. Deshalb wundert sie sich nicht wirklich, als ein düster gewandetes Mädchen in ihre Praxis kommt und von ihrer Beziehung zu örtlichen Vampiren erzählt. Aber diese besondere Wahnvorstellung begegnet ihr bald so oft, dass sie beginnt, ihre Chance zu wittern: Als Spezialistin für eingebildete Blutsauger könnte sie ganz groß rauskommen. Deshalb wundert sie sich nicht schlecht, als sie dem charismatischen Devereux begegnet…
Beurteilungstext Denn der charismatische Devereux ist natürlich tatsächlich ein Vampir: 800 Jahre alt, von begnadeter Schönheit und großer magischer Macht. Kein Wunder, dass Kismet sogleich ganz schwach in den Knien wird. Doch bald wird sie in einen Strudel von natürlich übernatürlichen Ereignissen gezogen, den zu überleben sie einen klaren Verstand bewahren muss.
Lynda Hilburns Roman schöpft aus dem Vollen: Ihre Vampirwelt liegt irgendwo zwischen Anne Rice und Quentin Tarantino, ist bis zum Bersten voller Blut und Sinnlichkeit, zynischer Oneliner und beinahe absurder Schockeffekte. Die Handlung gleicht einer Achterbahn, die den Leser so schnell mitreißt, dass er lässig über gelegentliche Inkonsistenzen und Umständlichkeiten hinweggleitet. Die Atmosphäre ist derart elektrisiert, dass anämischere Gestalten wie die des Meyer’schen Opus längst in gnädige Ohnmacht geglitten wären – allerspätestens, als Kismet endlich unter den Armen (und anderen Körperteilen) ihres Devereux in Ekstase versinkt.
Der neue PAN-Verlag hat hier nach Kelly Medings "In drei Tagen…" wieder einen Volltreffer gelandet: Urban Fantasy vom Feinsten, die zeigt, dass "all age" nicht heißt, als Erwachsener ungestraft Kinderbücher lesen zu dürfen. Vielmehr stößt der Text genau in die pubertäre Lücke, in der viele Leserkarrieren enden. Mit einer ordentlichen, aber nie allzu aufdringlichen Portion Sex und schwarzem Humor werden Jungs und Mädels ab 16 (und wir wissen, dass es früher gelesen wird) ihren Spaß haben, bis sie Damen und Herren geworden sind.
Deshalb auch die einzige kleine Einschränkung: Es gibt im Roman ausschließlich ausgesprochen gutaussehende Menschen. Und es ist weder realistisch, noch dem Selbstwertgefühl der Zielgruppe übermäßig zuträglich, wenn diese idealisierte Körperlichkeit ungebrochen propagiert wird: Vampirischer Hedonismus hin oder her – in Frage gestellt wird er nie, schon gar nicht von Frau Dr. Knight, die es besser wissen müsste…
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 jr, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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