GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Likar, Gudrun
Titel Keine Angst vor gar nichts
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Olten, Manuela
ISBN 978-3-939944-26-3 Reihe
Verlag Tulipan, Berlin, 2009
Seitenzahl 32 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
Inhaltsangabe Gustav ist ein selbstbewusster Junge, der sich seinen Ängsten mutig stellt und sie überwindet. Allerdings fürchtet er sich vor Hunden. Herr Schnuff wiederum ist ein kleiner, mutiger Hund, der kein Hindernis scheut, aber sich vor Jungen ängstigt. Als jedoch beide aufeinandertreffen, überwinden sie ihre Angst und schließen Freundschaft.
Beurteilungstext Das Besondere an diesem Bilderbuch sind der triptychon-artige Aufbau und die Aufmachung als Wendebuch, in dem ein Perspektivenwechsel stattfindet. Die Angst des Jungen vor einem Hund und dessen Angst vor einem Jungen werden in zwei Geschichten je seitenverkehrt dargestellt. Die Titelseite beginnt mit der Geschichte Gustavs. In der Buchmitte wird das Aufeinandertreffen von dem Jungen und dem Hund dargestellt. Beginnt man das Buch von der Rückseite her, erfährt man die Geschichte aus der Sicht des Hundes, Herrn Schnuffs. Somit bietet das Bilderbuch ein Vergnügen der besonderen Art und erlaubt es, spielerisch die Rollen zu wechseln, um sich mit Gustav oder Herrn Schnuff zu identifizieren. Durch diesen in Aufbau und Handlung angelegten Perspektivenwechsel gelingt es Kindern, Einsicht in die Ängste der zwei Protagonisten zu erhalten und dabei auch eigene Einstellungen zu hinterfragen. Beide Helden erweisen sich als lebenstüchtig, stellen sich den Herausforderungen des Alltags und überwinden ihre Ängste. So traut sich Herr Schnuff beispielsweise den großen Hund Rex anzubellen und ihm die Zähne zu zeigen, während Gustav mutig einem Freund zu Hilfe kommt, als diesem ein größerer Junge die Brille stiehlt. Doch Gustav und Herr Schnuff kennen auch einen Angstgegner: einen Hund bzw. einen Jungen. Gudrun Likar führt in ihrer Geschichte jeweils nachvollziehbare Gründe für dieses Angst an und Manuela Olten zeigt das Vermeidungsverhalten der beiden ängstlichen Bilderbuchhelden mittels eines Straßenplans, wo Jungs oder Hunde auftauchen und ein Baum dem ängstlichen Jungen oder Hund eine sichere Beobachtungsposition bietet. Doch in der Mitte des Buches treffen beide aufeinander. Diese Begegnung findet ohne begleitenden Text statt und ist von Manuela Olten wie das Geschehen auf einem Filmstreifen abgebildet, so dass die betrachtenden Kinder selber Dialoge erfinden und dieses Aufeinandertreffen erzählen können, das in der gegenseitigen Freundschaft der beiden "Angsthasen" endet. In Handlung und Bildern werden trotz der humorvollen Darstellung die kindlichen Ängste Ernst genommen. In den reduzierten, eher plakativen Darstellungen Manuela Oltens lassen sich Angstsituationen und die Möglichkeiten der Angstbewältigung gut nachvollziehen. Humor entsteht nicht nur durch die Darstellung der Figuren und deren Handlungen, sondern auch durch das Wechselspiel von Text und Bild. So schildert der Text z. B. das heldenhafte Kläffen des Hundes, wenn sich Briefträger oder Einbrecher dem Haus nähern; dazu abgebildet sind jedoch verkleidete Kinder, die zu Halloween "Süßes oder Saures" fordern. Auch verweist die Illustration auf das Comicgenre, was besonders deutlich wird, als Gustav im Supermankostüm seinem Freund zu Hilfe eilt. Kinderängste werden in diesem Bilderbuch nicht wegdiskutiert, sondern für Kinder im Bild und Text erfassbar und mit Humor dargestellt. So gilt es als Verdienst Gustavs, dem Zahnarzt nicht in die Hand zu beißen. Dieser wiederum wird mit Pflastern an den Fingern gezeigt, als er für Gustav die Schublade mit den zuckerfreien Lollis für die braven Kinder öffnet. Das Bilderbuch wird somit dem Thema Angst auf eine vergnügliche Art gerecht und ermutigt Kinder, zu ihren Ängsten zu stehen und sich mit Bewältigungsstrategien auseinanderzusetzen
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Pg, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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