GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Isolde & Jens Lommatzsch,
Titel Himmlische Zeiten für Kinder - CD
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-86702-088-6 Reihe
Verlag Ökotopia und Wunderbuntd, Münster, 2009
Seitenzahl Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Audio-CD Gattung  Lieder und Geschichten
Zielgruppe 8-9
6-7
10-11
12-13
Inhaltsangabe 16 neue Lieder, mehr als 30 Kinder, 9 Blas- sowie mehrere andere Musikinstrumente, 6 erwachsene Stimmen, ein Thema: Vorweihnachtszeit. Isolde Lommatzsch hat die richtigen Worte zu schönen Melodien gefunden, sodass wir meinen, den Duft des Räuchermännleins in der Nase zu spüren, und wir sehen vor unseren Augen, wie der Oberförster Roderich seine Tiere im Wald füttert und die Wichtel auf der Weihnachtspyramide Karussell fahren.
Beurteilungstext Die Stimmen der Kinder stehen im Vordergrund, die Musiker halten sich fein zurück, die Harmonien sind stimmig. Man kann schnell mitsingen, wenn man kann, oder wenigsten mitbrummen. Wichtig ist das Lied, der Rhythmus wechselt von vier zu zwei zu drei Vierteln, von Mambo zu Polka. Eine Moll-Folge löst sich schon mal in einem Dur-Akkord auf, der Bass bleibt schon mal auf einem Ton, während der Akkord in die Subdominante wechselt, oder - ganz im Gegenteil - treibt die Subdominante durch die None in die Dominante. Das ist gefällig, ohne langweilig zu werden.
Das Schlagzeug benutzt zumeist Besen, ein kleiner Chor erinnert an A-capella-Gruppen ("Auf dem Weihnachtsmarkt"), zwei Werke sind in Mundart geschrieben ("'s Raachermannel" und "'s Heilig-Obnd-Lied"). "Die Märchenfee" wird von zwei Frauenstimmen mit klarem Sopran abwechselnd gesungen: "Tauchst du in meine Welt hinein / wirst du ein Teil des Wunders sein, im "Nikolaus" singt dieser selbst die wörtliche Rede im Text ("Ich kann ja gar nichts riechen / mein Schnupfen ist zu schlimm…"), während den Rest der Kinderchor unisono singt.
Interessant ist, dass in keinem der 16 Lieder der Grund der Weihnachtszeit Platz findet. Lediglich eine kleine Illustration im Booklet zeigt die Geburt von Jesus. Selbst im Lied mit dem Titel des Heiligen Abends wird nicht an die Geburt gedacht, sondern an Bleigießen, an Butterstollen-Essen, an Schneewirbel vor der Tür und an das Schattenspiel der sich drehenden Pyramide.
Das Booklet ist - wie bei Wunderbuntd zu erwarten - sehr liebevoll gestaltet. Viele Fotos geben den singenden und spielenden Namen je ein Gesicht. Wir sehen, dass offensichtlich im Heimstudio aufgenommen wurde, was der Qualität aber überhaupt keinen Abbruch tut. Klare Strukturen, alle Instrumente sind gut zu verfolgen, haben offensichtlich je eine eigene Aufnahmespur.

Zum Schluss dann aber doch noch ein kleiner Wermutstropfen. Um den Liedern einen Rahmen zu geben, wird eine Figur erfunden, die leider mit gar nicht angenehmer Stimme acht Mal in die wunderbare Musik eingreift. Die Figur heißt Sali Sägebrett (sprich: "Seechebrett") und wohnt schon seit 555 Jahren im Weihnachtsland. Dass wir das Land nicht unbedingt kennen, liegt daran, dass Sali und seine anderen Wichtelfreunde im (!) Erzgebirge wohnen und sich nur zur Weihnachtszeit oben bei den Menschen zeigen. "Turmblasen und Glockengebimmel" gefallen Sali besonders, denn das gibt es nicht in seinem Land unter der Erde.
Alles in Ordnung mit der Idee, alles in Ordnung mit der Rahmengeschichte. Die Stimme selbst ist es, die so gar nicht zu dem Rest des Albums passt. Aber vielleicht ist das auch "Geschmackssache".
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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