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GEW |
Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM |
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Autor |
Anand, Paro |
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Titel |
Heldenspiel |
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Übersetzer / Originalsprache |
Ohnemus, Günter / indisches Englisch |
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Illustrator |
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ISBN |
978-3-596-85354-0 |
Reihe |
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Verlag |
Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009 |
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Seitenzahl |
222 |
Preis |
12,95 € (D) |
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Ausführung |
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Einsatzmöglichkeiten |
Büchereigrundstock |
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Medienart |
Buch: Hardcover |
Gattung |
Erzählung |
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Zielgruppe |
12-13 ab 18 |
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Inhaltsangabe |
Der 13-jährige Kaschmiri Aftab hat einen großen Freund, der alles kann, alles weiß, der der Anführer einer kleinen Truppe von werdenden Helden ist, die dafür sorgen werden, dass es in der Welt wieder gerecht zugeht. Aftab versteht nicht, dass er zu einem Terroristen heran gezüchtet wird, ebenso wenig weiß seine Familie davon. Nur seine große Schwester offenbart ihm, dass sie die Geliebte seines Helden ist. Das Geschwisterpaar rennt blindlings in das Verderben, das viele Menschen in den Tod reißt |
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Beurteilungstext |
Die indische Autorin beschreibt die Welt im von internen Kämpfen zerrissenen Kaschmir unverblümt. Die Kinder wachsen in einer Welt der einfachen Wahrheiten ohne jeden Zwischenton auf. Wer lügt, wird geprügelt - wird ihm nicht geglaubt, so wird er ausgelacht. Diskussionen gibt es nicht, Erörterungen über das Richtige oder Falsche auch nicht. Aftab sucht sich aber einen Weg, einen, der ihm den Sinn des Lebens geben wird, was seine Eltern nicht leisten können und so nicht wollen. Die Mutter ist strikt gegen jede Gewaltanwendung, der Vater fragt sich hernach, ob er seinen Sohn nicht noch mehr hätte prügeln müssen. Diese Erziehung wird nicht in Frage gestellt, ist aber auch Nebenschauplatz. Im Zentrum steht der Guru des Jungen, ein bindungsunfähiger Mensch, der in Jedem einen Feind sieht, selbst Freunde können schnell zum Feind für ihn werden. Völlig vernagelt lebt er in seiner Wahnwelt, alleine das Richtige zu tun, zu wissen, wer als nächster zu sterben hat: Auch wer Teil seines Lebens wird, kann nicht verschont werden. Dieser einsame Wolf kultiviert seine Egokultur rücksichtslos. Selbst die Schwester Aftabs, die er zu seiner Geliebten machte, ist Teil dieses verbrecherischen Universums, sie überlebt, ist aber gebrochen und lebt in der Hoffnung weiter, ein Kind heranzuziehen, das nicht in die Fußstapfen des Vaters gerät. Die ermittelnde Polizei hinkt den Ereignissen hinterher, zu hermetisch ist die Mauer des Verschweigens, Deckens der Freunde und Verwandten. Die Figur des Majors ist voller Sympathie gezeichnet, die Ermittler sind gleichwohl brutal und gewalttätig, er sieht das mit gemischten Gefühlen, geht aber nicht dagegen an. Ob er letztlich das große Attentat des kleinen Aftabs, den letzten Auftrag des Gurus hätte verhindern können, bleibt ungewiss. Wo die Autorin steht, bleibt immer klar, die eindeutigen Charaktere sind die derjenigen, die gegen die Gewaltakte sind. Sie zeigt aber, wie leicht es in einer von Gewalt dominierten Gesellschaft werden kann, Unsicheren eine scheinbare Sicherheit zu bieten, wenn ihnen Macht in die Hand gegeben wird - auch wenn es alleine die Macht der nackten Waffe ist. Voller Sympathie liest der Leser vom kleinen Freund Aftabs, der aufrecht und ehrlich ist, der nur ahnt, in welche Machenschaften sein Freund verwickelt ist und auch den richtigen Ausweg weiß. Er zögert, weil er seinen Freund schonen will - das kostet ihn und fast seine gesamte Familie das Leben.
Im Anhang schreibt Jochen Buchsteiner einen kurzen Abriss der Geschichte Kaschmirs und zeichnet so den Hintergrund dieser Geschichte, in der Gewalt zum Alltag gehört.
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Bewertung |
sehr empfehlenswert |
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Rezensent |
cjh, Berlin |
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in der AJuM Datenbank |
Ja |
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Die Rezension ist der Datenbank unter
www.ajum.de entnommen. |
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