GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Brun-Cosme, Nadine
Titel Großer Wolf & kleiner Wolf Das Glück, das nicht vom Baum fallen wollte
Übersetzer / Originalsprache Ott, BernadetteFranzösisch
Illustrator Tallec, Olivier
ISBN 978-3-8369-5246-0 Reihe
Verlag Gerstenberg, Hildesheim, 2009
Seitenzahl 25 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 4-5
6-7
Inhaltsangabe Das kleine Blatt, ganz oben am Baum, das hat es dem kleinen Wolf angetan. Wie gern möchte er es in seinen Pfoten halten, beschnuppern, fühlen. Aber es will einfach nicht von Ast fallen.
Beurteilungstext Der kleine Wolf hat es gleich gesehen. Es ist Frühling geworden, die Natur erwacht und das Grün lugt zart in die milde Luft hinaus. Auch ein kleines Blatt. Ganz oben am Baum ist es gewachsen. "Großer Wolf! (...) Hol es mir, ich will es fressen." Aber der große Wolf will nicht. "Warte ein Weilchen! (...) Irgendwann fällt es herab." Im Sommer ist das Blatt immer noch ganz oben. Dunkelgrün und schimmernd. Aber wieder lehnt der große Wolf ab. "Warte ein Weilchen! (...) Wenn es an der Zeit ist, fällt es herab." Der Herbst weht heran, lässt das Blatt erröten und strahlen. Aber immer noch ist es dort. Weit oben. Unerreichbar für den kleinen Wolf. "Warte noch ein Weilchen! (...) Du wirst sehen, bald fällt es herab!" Der Winter zerrt und bläst, klirrt mit seiner Kälte und macht aus dem zarten Blatt einen schwarzen Hauch. Weit oben in den Zweigen des Baumes. "Der kleine Wolf sagte nichts mehr." Ein Jahr ist ein langes Weilchen. Eines Tages steht der große Wolf auf, reckt und streckt sich und sagt: "'Ich mach's!' Einfach so. Ohne Grund. Nur um die Augen des kleinen Wolfes leuchten zu sehen." Und dann klettert er. Von dicken, starken Ästen, hinauf zu dünnen und immer dünneren und immer zarteren Zweigen. Unten steht der kleine Wolf. Er sagt nichts. "Er hatte Angst. Er war sich jetzt ganz sicher, das war es nicht wert. Niemals - für ein so kleines Blatt!" Aber er sagt kein Wort. Und der große Wolf klettert weiter. Immer höher. Immer vorsichtiger. Und dann hat er es geschafft. Sanft berührt er das Blatt. "(...) und als das kleine Blatt sich löst, zerstäubte es ihm zwischen den Fingern in tausend Stücke. Die roten und goldenen Stäubchen schwebten langsam vom Himmel herab, im Licht der untergehenden Wintersonne. Zum kleinen Wolf, der unten stand. Und der kleine Wolf staunte den Sternenregen an, der sich sacht auf ihn herabsenkte. (...) Und er zitterte vor Glück.""
Das Glück ist ein Seltsames. Es kommt nicht von allein und doch kann man ihm nicht hinterher rennen. Für unser Glück müssen wir etwas tun. Nicht rennen. Nicht schreien. Nicht stillhalten. Nur hinschauen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 ar, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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