GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Meister, Derek
Titel Ghosthunter - Das Licht, das tötet
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7855-6262-8 Reihe Ghosthunter
Verlag Loewe, Bindlach, 2009
Seitenzahl 439 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Geisterthriller
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Der 17jährige Ian wird bei einem harmlosen nächtlichen Besuch auf einer verlassenen Militärbasis in einen Strudel aus Ereignissen hineingerissen, in dem es um seltsame, tödliche Erscheinungen, Gangster und einen scheinbar gut gehütetes Familiengeheimnis geht. Zusammen mit seinem Freund Bpm (eigentlich Benjamin) macht er sich auf, um gegen die Geisterlichter zu kämpfen und hinter das Geheimnis seines Vaters und Großvaters zu kommen.
Beurteilungstext Der erste Teil der „Ghosthunter“ Trilogie des relativ jungen Buch- und Drehbuchautors Derek Meister umfasst verschiedene Erzählstränge und spielt vor allem an sehr unterschiedlichen Schauplätzen. Die Hauptgeschichte, die einem jungen Leser sicher sehr schnell Anknüpfungspunkte bieten wird, hat den 17jährigen Ian und seinen Freund Bmp zum Mittelpunkt. Nachdem Ian zwei äußerst unangenehme Begegnungen mit dem „Licht, das tötet“ hatte, machen sich die beiden Teenager auf die Suche nach einer Antwort auf all jene Fragen, die sich nun stellen. Woher kommt dieses seltsame Licht? Was ist dieses Licht? Und was hat mit alldem Ians Vater zu tun? Warum hat ihn die Mutter über all die Jahre hinweg angelogen?... Zugleich soll diese Reise aber auch zu einem Rachefeldzug werden, denn zweifelsohne sind diese seltsamen Lichterscheinungen tödlich!
Ausgestattet mit hinreichend problematischen Familienverhältnissen (Kind eines Alkoholikers der Eine und Opfer eines langweiligen Zahnarztes, als neuem Partner der Mutter, der Andere) bringen sie dem nötigen Wagemut auf, sich heimlich davon zu machen und auch mit brutalen Gangstern und verrückten Esoterikern umzugehen.
Parallel dazu werden seltsame Vorkommnisse auf einer Forschungsstation am Südpol und einem mindestens ebenso waghalsigen Forscherpaar, die beiden Gangster und ein junges Mädchen in Japan, die schon nicht mehr nur waghalsig, sonder schon nahezu irrwitzig ist, vom Erzähler begleitet.
Natürlich schwant dem Leser schnell, dass all diese Handlungsstränge zusammenhängen müssen, aber erst gegen Ende dieses ersten Teils der geplanten Trilogie, deuten sich erste klare Zusammenhänge an. Sehr gut versteht es Derek Meister, von den ersten Seiten an eine enorme Spannung aufzubauen und diese über die gesamte Zeit zu halten. Allerdings tritt am Ende des Buches keine erwartete Befreiung ein. Es kommt nicht zu einem Teilerfolg der Protagonisten, wie in den meisten Fortsetzungsromanen üblich, sondern man hat eher den Eindruck nun sei die eigentliche Geschichte gerade erst eingeleitet worden. Band eins wirkt so wie ein Exposee, dem der Hauptteil noch fehlt. So zwingt der Autor den Leser auf etwas unschöne Art, der Geschichte durch Kauf des zweiten Bandes zu folgen, der allerdings bisher noch nicht erschienen ist.
Derek Meister hat bereits an mehreren Drehbüchern mitgewirkt und seine Affinität zum Film kann man in diesem Thriller an etlichen Stellen erkennen. Viele Szenen stehen einem wie Filmsequenzen vor Augen und die Dialoge sind flapsig, frisch und von kleinen Gags durchsetzt. Leider lassen jedoch Sprache und Stil allgemein zu wünschen übrig. Sehr einfach geschrieben, bedient sich der Autor vor allem simpler Vergleiche, die zudem stellenweise etwas unbedacht gewählt sind, um das Innenleben der Figuren zum Ausdruck zu bringen. Bereits auf den ersten Seiten betrachtet Ian die Ruinen auf dem verlassenen Militärgelände und vergleicht sie im gleichen Absatz zunächst mit „Särgen“, dann „Fallen“ und zuletzt mit „sterbenden Tieren“, die ihn mit „zahlreichen Augen anstarren“. Abgesehen davon, dass ein lebloser Sarg und sterbende Tiere ein sich widersprechender Vergleich sind, wird hier und an anderer Stelle das Stilmittel sehr überstrapaziert und leider kaum durch weitere ergänzt. Auf diese Weise erscheinen die Figuren wenig individuell und ohne Eigenleben. Trotzdem wird der Leser von der Spannung und dem Drang zu erfahren, um was es eigentlich geht, vorangetrieben. Um so enttäuschender, wenn er am Ende der 420 Seiten feststellen muss, dass er eigentlich noch immer nichts erfahren hat und auf den nächsten Teil warten muss.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 JA, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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