GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Thor, Annika
Titel Geschichten von Lena
Übersetzer / Originalsprache Kutsch, AngelikaSchwedisch
Illustrator Korthues, Barbara
ISBN 978-3-551-55544-1 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 56 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 6-7
8-9
Inhaltsangabe Lena hat es nicht leicht. Erst lässt ihre große Schwester Alice sie allein und geht lieber mit Pia baden, obwohl Papa doch gesagt hat, sie solle sich um Lena kümmern. Und dann passiert es. Als Lena in ihrer Wut die schönen neuen Schuhe von Alice anzieht, werden diese nicht nur ein bisschen dreckig, sondern einfach unbrauchbar. Hinterher tut es Lena schrecklich leid, aber nun ist es zu spät.
Beurteilungstext In "Die neuen Schuhe" geht es um Geschwister. Eigentlich verstehen sich die siebenjährige Lena und ihre große Schwester Alice sehr gut. Nur wenn deren Freundin Mia zu Besuch kommt, ändert sich alles. Als der Vater einkaufen ist, wird die Kleine nicht zum Baden an den See mitgenommen. Natürlich versteht jeder, dass man auch wie Alice Zeit mit einer Freundin verbringen möchte, statt die kleine Schwester immer dabei zu haben. Auf der anderen Seite versteht man aber auch Lena, die sich einfach im Stich gelassen fühlt. Alice ist Lenas Vorbild, zu ihr sieht sie auf. Schließlich war die Große ja immer für sie da und warum darf sie nun nicht mitgehen?! Dieser Abnabelungsprozess zwischen Geschwistern ist anschaulich dargestellt, auch der Trotzanfall von Lena, die zunächst in den Privatraum der großen Mädchen eindringt und wissen will, was denn im Gartenhäuschen so besonders sein soll. Immerhin hat sie sonst dort keinen Zutritt. Und dann stellt sie fest, dass es eigentlich nichts Spannendes gibt. Der Ort ist unordentlich und auch in den Tagebüchern, die sie nicht lesen sollte, steht für sie nichts Interessantes drin. Ihr ganzer "Einbruch" hat also nichts gebracht und dann entdeckt sie doch noch etwas, was ihr verboten ist. Die neuen Schuhe ihrer Schwester. Lena möchte auch schöne weiße mit rosa Glitzerschnürsenkeln. Alice gefallen ihre so gut, dass sie sie kaum anzieht, sondern lieber im Karton lässt. Also zieht Lena mit den Schuhen los, die dabei ganz schön dreckig werden. Und dann siegt die Wut. Lena zerschneidet die Schnürsenkel und die Schuhe sind unwiederbringlich zerstört. Die Reue kommt natürlich, als alles zu spät ist. Die Schuhe sind kaputt. Lena ist verzweifelt und versteckt sich bis Papa sie findet. Sie beichtet und alles wird gut. Sogar Alice verzeiht ihr und Mama bringt neue Schuhe aus der Stadt mit. Und gewissermaßen als krönenden Abschluss erhält auch Lena ein paar Tage später zu ihrem Geburtstag weiße Schuhe mit rosafarbenen Glitzerbändern. Die Reaktion der Familie ist sehr schön, aber auch selten. Eine Schwester, die großmütig über den Fehltritt hinwegsieht und Eltern, die ihre Tochter im Anschluss auch noch belohnen? Das klingt toll und hält einem zugleich die eigenen Unzulänglichkeiten schnell vor Augen. Wir würden alle gern so verständnisvoll reagieren, aber meist greift doch die Wut über. Hier wird ein besserer Weg gezeigt. Schließlich weiß Lena ja bereits, dass sie einen Fehler gemacht hat.
In der zweiten Geschichte singt und tanzt Lena zusammen mit Josephine und ihrer Freundin Ida im Chor von Carlotta. Als Lena patzt, herrscht dicke Luft zwischen den Mädchen. Hier steht besonders die Freundschaft zwischen Lena und Ida im Mittelpunkt. Und die muss schon etwas aushalten können.
Obwohl der Titel mehr erwarten lässt, gibt es hier nur zwei selbstständige Geschichten über Lena, die sich um das Thema Freundschaft und soziales Verhalten drehen. Beides müssen Kinder in Lenas Alter lernen, besonders wenn sie gerade in die Schule kommen, wo sich viel für sie verändert. Die Geschichten sind gut geschrieben und man kann sich leicht in die handelnden Personen hineinversetzen. Dazu unterstreichen viele farbenfrohe Illustrationen die Erzählung. Die Bilder von Barbara Korthues sind wunderbar leicht und geben die geschilderten Begebenheiten exakt wieder. Es ist ihr gelungen, die Stimmung von Lena und den anderen einzufangen. Dank der Mimik kann man deutlich Wut, Freude, Unentschlossenheit und so weiter erkennen.
Von Annika Thor ist zudem ein zweiter Roman erschienen. In "Geschichten von Anton" geht es ebenfalls um Freundschaft. Am Schluss der Geschichte treffen sogar Lena und Anton auf dem Schulhof kurz aufeinander. Spannend ist hier besonders, dass die Bilder von einem anderen Illustrator stammen. Und so heben sich Antons Geschichten nicht nur von denen um Lena ab, weil einmal ein Junge und einmal ein Mädchen im Mittelpunkt der Handlung stehen, sondern sie unterscheiden sich auch im Stil. Man kann gespannt sein, ob es noch mehr Geschichten von Annika Thor geben wird und wer diese dann bereichert.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 DaGO, Sachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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