GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Thor, Annika
Titel Geschichten von Anton
Übersetzer / Originalsprache Kutsch, AngelikaSchwedisch
Illustrator Sönnichsen, Imke
ISBN 978-3-551-55543-4 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 56 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 6-7
8-9
Inhaltsangabe Anton übernachtet das erste Mal bei seinem Freund. Und obwohl es bei Nikolas eigentlich immer schön ist, sieht das abends doch ganz anders aus. Plötzlich vermisst Anton sein Bett, kann nicht einschlafen und bekommt schließlich Angst. Er will nach Hause. Aber wie soll er das bloß Nikolas sagen, der das Ganze doch so toll fand und der friedlich in seinem Bett schläft?
Beurteilungstext Der siebenjährige Anton schläft zum ersten Mal allein woanders. Dabei war das eigentlich gar nicht geplant. Der Vorschlag kam von seinem Freund Nikolas. Anton wird förmlich überrollt und kommt gar nicht dazu sich zu entscheiden. Nikolas findet das toll, aber Nikolas wird ja auch in seinem Bett schlafen! Und so bringt Antons Papa Sachen vorbei und bei Anton bleibt ein mulmiges Gefühl zurück. Er traut sich aber nicht, etwas zu sagen. Wer weiß, was Nikolas dann von ihm denken würde. Anfangs macht es auch Spaß. Es ist neu und aufregend und ganz anders als zuhause. Aber dann wird es dunkel. Und während Nikolas in der vertrauten Umgebung friedlich einschläft, kann Anton kein Auge zutun. Für ihn ist hier alles fremd, die Schatten verunsichern ihn und er bekommt Angst. Nikolas Papa bringt ihn schließlich nachhause. Er hat Verständnis und sie wollen es später noch einmal probieren.
In der zweiten Geschichte wünscht Anton sich ein Kaninchen. Als er mit seiner Mama in einer Tierhandlung ein kleines graues Kaninchen sieht, weiß er sofort, das ist seins. Einen Namen hat er auch schon: es soll Hoppsan heißen. Nun heißt es nur noch, seine Eltern davon zu überzeugen. Als das geschafft ist, beginnt für Anton das große Warten. Ganze fünf Tage müssen vergehen, in denen er an nichts anderes denken kann. Und dann ist es endlich soweit. Er kann Hoppsan abholen.
Obwohl der Titel mehr erwarten lässt, gibt es hier nur zwei Geschichten über Anton. Diese sind aber sehr anschaulich beschrieben und man kann sich leicht in den kleinen Jungen hineinversetzen, der aufgeregt ist über die Möglichkeit, bei Nikolas zu übernachten und zugleich auch ängstlich ist und der es kaum erwarten kann, sein erstes Haustier zu bekommen. Dabei sind die Illustrationen kräftig und farbenfroh und begleiten den Leser durch die Geschichte. Gut zeigen sie die Gefühle und Situationen, die Anton durchmacht. Mich hat zunächst irritiert, dass Anton recht dunkel dargestellt ist, während seine Eltern hellhäutig erscheinen. Die Vermutung, dass er ein ausländisches Kind ist, wurde jedoch erst auf Seite 46 bestätigt, als sein Vater ihn auf seine indische Herkunft hinweist. Wie Anton muss sich nun Hoppsan erst an ihre neue Familie gewöhnen. Die Verbindung zum neuen Familienmitglied ist gelungen, die Thematik an sich aber kommt viel zu kurz. Es folgt keine
Erklärung, warum oder wie die Eltern ihn aus Indien holten. Dies hätte ich mir aber an dieser Stelle durchaus gewünscht und auch kleine Leser haben meist viele Fragen.
Am Schluss der Geschichte trifft Anton auf dem Schulhof auf ein Mädchen, von der Annika Thor in "Geschichten von Lena" erzählt. Auch bei diesem Buch geht es um Freundschaft. Spannend ist hier besonders, dass die Bilder von einem anderen Illustrator stammen. Und so heben sich Antons Geschichten nicht nur von denen um Lena ab, weil einmal ein Junge und einmal ein Mädchen im Mittelpunkt der Handlung stehen, sondern unterscheiden sich auch im Stil. Man kann gespannt sein, ob es noch mehr Geschichten von Annika Thor geben wird und wer diese dann bereichert.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 DaGO, Sachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund