GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Pearson, Mary E.
Titel EinundDieselbe
Übersetzer / Originalsprache Jung, Gerald; Orgaß, KatharinaAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-597-85337-3 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt/ Main, 2009
Seitenzahl 334 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 14-15
12-13
Inhaltsangabe Jenna Fox liegt über ein Jahr im Koma, erwacht und hat seltsame Erinnerungen. Sie beginnt mit der Spurensuche nach ihrer Vergangenheit und muss sich die Frage stellen, was Medizin darf und was Mediziner nicht tun sollten, obwohl es technisch möglich ist.
Beurteilungstext Jenna wird als “Bilderbuchtochter” in einem vermögenden Elternhaus groß. Sie wird geleitet und hat selten einen freien Willen. Bei einem Unfall wird sie schwer verletzt und überlebt nur mit Hilfe von Biotechnik.
An ihr Leben vor dem Unfall kann sich Jenna kaum erinnert, sie wundert sich aber über die zahlreichen Filmdokumente, die ihr ihre Mutter gibt. Ihr Leben vor dem Unfall scheint nahezu lückenlos dokumentiert.
Je mehr sie erfährt, desto mehr Fragen stellen sich. Warum meldet sich niemand aus ihrem früheren Leben? Warum wächst sie an einem Ort weitab der alten Heimat isoliert auf? Welche Rolle spielt ihre Großmutter?
Als sie sich eines Tages verletzt merkt sie, dass sie nicht blutet. Sie ist die illegal hergestellte medizintechnische Rekonstruktion der ehemaligen Jenna, nur ein Bruchteil ihrer eigenen Erinnerungen konnten gerettet werden und wurden auf das künstliche Gehirn überspielt. Jetzt kann sie auch ihr Lexikonwissen und ihre soziale Inkompetenz erklären.
Nach dieser Entdeckung kommt es zu spannenden ethischen Fragen: Was darf Medizintechnik? Was macht den Menschen aus? Wie egoistisch dürfen Eltern sein? Ist ewiges Leben erstrebenswert? Wie kann Liebe aussehen zwischen einem Kunstmenschen und einem echten Menschen?
Eine besondere Aktualität erfahren diese Fragen, als Jennas beste und einzige Freundin im Sterben liegt. Sowohl das Mädchen als auch ihre Eltern müssen sich entscheiden, ob sie illegal Mögliches anwenden lassen wollen.

Der Roman ist in der Zukunft angesiedelt, was bereits durch die Umweltbeschreibungen auf den ersten Seiten deutlich wird.
Prosakapitel erzählen die äußere Handlung, kurze lyrische Kapitel lassen die Gedankenwelt Jenna deutlich werden.
Durch die gewählte Form sind diese Gedanken sehr intensiv und zeigen die große psychische Not, in der sich Jenna befindet. “ Es ist stockdunkel./ Ich habe keine Augen, keinen Mund. Keine Wörter./ Ich kann nicht schreien, weil ich nicht atme....”
Der Roman ist interessant und spannend erzählt. Er regt zum Nachdenken an und eignet sich auch als Klassenlektüre.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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