GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Layton, Neal
Titel Eine kurze Geschichte von allen Dingen Von der Steinzeit bis zur Gegenwart in 10 Pop-Up-Bildern
Übersetzer / Originalsprache Thannheiser, ManuelEnglisch
Illustrator Layton, Neal
ISBN 978-3-414-82227-7 Reihe
Verlag Boje, Köln, 2009
Seitenzahl 22 Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Pop-up-Buch Gattung  Sachbilderbuch
Zielgruppe 6-7
8-9
10-11
Inhaltsangabe Was war wesentlich, und was war unwesentlich, in der Geschichte der Menschheit. Dank Neal Layton und seinem neuen Pop-Up-Bilderbuch können wir das jetzt unterscheiden.
Beurteilungstext Dass dieses Buch nur mit einem Schmunzeln anzuschauen sein kann, sagt bereits der Titel. Hier wird das gänzlich Unmögliche versprochen. Eine Chronik von allen Dingen, jedem Historiker graut vor dieser Aufgabe. Keine Bibliothek der Welt könnte ein solches Werk beherbergen. Doch Neal Layton tritt selbstbewusst auf. Schon im Titel weist er darauf hin, dass zwar die Geschichte aller Dinge erzählt werden soll, doch eben als kurze Geschichte, und im Rahmen von zehn Pop-Up-Bildern.
So sind seine zehn Momente der Menschheitsgeschichte, als die man seine Chronik besser verstehen muss, auch ganz klare Pointierungen, die kontinuierliche Tendenzen in der Geschichte einzufangen suchen. So ist eine Doppelseite mit dem schlichten Text überschrieben: "Im Laufe der Jahre tauchten immer mehr Menschen auf. Kulturen kamen und gingen." Auf dem Bild ist lediglich eine Wüste mit einer Karawane zu sehen. Vier Pop-Up-Fenster zeigen aber einen kleinen Einblick in vier Hochkulturen, die Sumerer, Ägypter, Griechen und Römer, die mit einigen besonderen Entwicklungen und Erfindungen versehen, vorgeführt werden. Kleine Pfeile machen auf die zentralen Neuerungen aufmerksam, die neuen "Dinge, um die es in der Geschichte ja geht. So zeigt sich die Entwicklung der Menschheit als eine Entwicklung von einer Welt ohne Dinge - Dinge sind bei Layton kulturell gebrauchte Gegenstände - zu einer Welt der vielen Dinge. Jede Epoche hat ihre Dinge hinzugefügt und die Welt damit verändert.
Am Ende sitzt ein Junge im Bild, der in Laytons ‚kurzer Geschichte von allen Dingen' liest. Er fragt sich nun konsequenterweise, ob er nicht auch Dinge erfinden könnte, die die Welt von morgen verändern. So wird eine Zukunftsperspektive eröffnet. Die Geschichte bleibt nicht bei der Zuspitzung auf Gegenwart, Entwicklungen werden nicht nur als Vorbereitung des Hier und Heute verstanden. Auch wir sind nur eine Epoche auf dem Weg in die Zukunft.
Dass diese Zukunft durch die im Buch dargestellte Überfrachtung und Ausbeutung der Welt allerdings gefährdet ist und unter Umständen keine Welt der vielen Dinge sein wird, verschweigt Layton geflissentlich. So wird ein recht optimistisches Bild gezeichnet, ohne dass die notwendigen Gefahren des stetigen Wachstumsgedankens auch nur angedeutet werden. Damit spart das Buch ein Thema aus, dass auch für Kinder durchaus relevant ist. Nicht zuletzt deshalb, weil sie diejenigen sein werden, die unter Umständen die Welt der vielen Dinge in Frage zu stellen haben und nach neuen Wegen werden suchen müssen.
Dennoch macht Neal Laytons kurze Geschichte einfach Spaß. In den witzigen Collagen mit ihren vielfältigen Pop-Up-Effekten gibt es einiges zu entdecken. Und immer sind auch kleine Späße des Autors eingefügt, über die man herzhaft lachen kann. So kommt diese Menschheitsgeschichte ohne viel Schwergewicht aus. Sie ist sicherlich nicht vollständig, doch nachhaltig anregend.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 mr, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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