GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Dowd, Siobhan
Titel Ein reiner Schrei
Übersetzer / Originalsprache Naoura,SalahEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-551-35861-5 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Jugendroman
Zielgruppe 16-17
ab 18
Inhaltsangabe Als Shell ihre Mutter verliert und ihr Vater zum religiösen Fanatiker wird, muss sie für ihre jüngeren Geschwister sorgen. Doch Shell muss selbst erst noch erwachsen werden.
Beurteilungstext Shell findet bei dem neuen jungen und idealistischen Pater Rose Freundschaft. Eine Freundschaft, die für sie sehr wichtig wäre, denn sie trauert tief um ihre Mutter. Doch der Klatsch in der erzkonservativen südirischen Gemeinde sorgt dafür, dass diese Freundschaft nicht wächst. Shell trifft sich von da an heimlich mit ihrem Schulkameraden Declan. Die sexuelle Beziehung der beiden wird auf wunderbare Weise erzählt. Die beiden haben eine körperliche Beziehung und dennoch vermittelt die Erzählweise die Naivität mit welcher die beiden diese Beziehung leben. Schließlich verlässt Declan Irland um in Amerika sein Glück zu suchen. Zurück bleibt eine unglückliche Shell, die nun entdeckt, dass sie schwanger ist. Sie hat niemanden, der ihr erklärt, was mit ihr passiert. Bei der Geburt helfen ihr lediglich die jüngeren Geschwister. Nach der Geburt findet Shell sich in einem Skandal wieder, der die ganze Gemeinde erschüttert. Aber ist das tote Baby von ihr?
Die Erzählweise von Siobhan Dowd ist absolut grandios. Sie schafft es, die Naivität Shells einzufangen und den Leser mitzureißen. Man kann dabei die Emotionen richtig nachvollziehen. Es ist eine sehr komplexe Geschichte, die hier erzählt wird. Es geht um Tod, Trauer, Alkoholismus, Einsamkeit, Glaube, Erwachsenwerden, Sexualität und Kindsmord.
Man fragt sich beim Lesen, warum keiner gemerkt hat, was passiert. Selbst später, als sich die Schwangerschaft Shells nicht mehr leugnen lässt, lassen die Leute sich von einem Regenmantel täuschen. Man bekommt aber auch das Gefühl, dass jemand was merkt, aber nichts sagt. Auch Shells Vater sieht absichtlich weg. Später übernimmt er vor der Polizei die Verantwortung, doch er kennt die Wahrheit nicht, weil er Shell sich selbst überlassen hat. Auch Shell sieht später weg. Sie ist eine der wenigen, die die ganze Wahrheit kennen. Die Geschichte ist ein Plädoyer zum Hinsehen.
Das Buch erzählt eine absolut tieftraurige Geschichte, die jedoch keinen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 pic, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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