GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Rowling, Joanne K.
Titel Die Märchen von Beedle, dem Barden
Übersetzer / Originalsprache Fritz, KlausEnglisch
Illustrator Rowling, Joanne K.
ISBN 978-3-551-59999-5 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 128 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Märchen
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Kinder brauchen Märchen, und Zaubererkinder brauchen Zauberermärchen. Was die Brüder Grimm für die Muggel sind, ist Beedle, der Barde, für die Magier. Er erzählt in diesem Buch fünf märchenhafte Geschichten, kommentiert von Albus Dumbledore persönlich.
Beurteilungstext Ein Zauberer, der sein Herz in einen Tresor im Keller sperrt, um niemals Liebe und Mitgefühl empfinden zu müssen; eine Magierin, die ihrem Muggel-König, der gern Zauberer wäre, auf unkonventionelle Weise Manieren beibringt; ein Kessel, der seinem Zauberer so lange auf die Nerven geht, bis dieser zu einem hilfsbereiten und guten Menschen wird - das sind einige der Protagonisten in den Märchen von Beedle, dem Barden.

Sie sind eine nette Ergänzung zu Harry Potter und gleichzeitig ein engagiertes Projekt: Die Honorare aus dem Buchverkauf gehen an die Children's high level Group, eine Organisation für Kinderrechte, die Autorin Joanne K. Rowling mit gegründet hat.

Der Ansatz, einen Märchen-Stil nachzuahmen, gelingt recht gut. Im Vorwort heißt es: "Beedles Geschichten ähneln unseren Märchen in vieler Hinsicht; so wird Tugend meistens belohnt und Bosheit bestraft. Allerdings gibt es einen ganz deutlichen Unterschied. In den Muggelmärchen ist Zauberei oft die Ursache für die Leiden des Helden oder der Heldin. In den Märchen von Beedle, dem Barden, dagegen treffen wir auf Helden und Heldinnen, die selbst zaubern können und denen es dennoch ebenso schwer fällt wie uns, ihre Probleme zu lösen."

Um sicherzugehen, dass die Botschaften richtig ankommen, sind Kommentare des langjährigen weisen Hogwarts-Schulleiters Albus Dumbledore eingefügt, der erklärt: Den Tod kann man selbst mit Zauberkraft nicht bekämpfen; der Hass auf Muggel seitens der Zauberer ist uralt und war damals genauso falsch wie heute. Dass die starke Figur des Dumbledore hier zurate gezogen wird, ist sicher nicht mehr als ein Instrument, um den Märchen Nachdruck zu verleihen, trotz all ihrer Weisheit und Richtigkeit wären sie aber in diesem Buch verzichtbar gewesen. Auch diese Arroganz und Selbstverliebtheit der Person Dumbledores nimmt der Harry Potter-Leser hier zum ersten Male wahr. Hoffen wir, dass der wahre Dumbledore der aus "Harry Potter" ist - nicht der Märchenkommentator.

Rowling hat moderne Märchen geschrieben, die, wer weiß, vielleicht in ferner Zukunft einmal neben Grimm und Andersen aus dem Märchen-Topf geholt werden.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 dk, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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