GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Bartlett, Sam
Titel Die Suppendusche
Übersetzer / Originalsprache Lecker-Chewiwi, AnnEnglisch
Illustrator Bartlett, Sam
ISBN 978-3-414-82209-3 Reihe
Verlag Boje, Köln, 2009
Seitenzahl 336 Preis 18,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Sachbilderbuch/Satire/Gags
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
8-9
Inhaltsangabe Der Autor hat 20 Jahre haarsträubende Kunststücke, irrwitzige Scherze, Spaßwetten, Gags und Tricks zum Vorführen und Leute verärgern gesammelt, aufgeschrieben und illustriert. Das Ergebnis sind über 300 Anleitungen zum Ausprobieren auf eigene Gefahr. Ausführende haben oft etwas zum Lachen, unvermeidliche Opfer eher nicht oder nur ganz selten.
Beurteilungstext Den Scherz mit der Suppendusche findet man auf Seite einhundertsechsundzwanzig: "Nimm den Duschkopf ab. Steck einen Suppenwürfel hinein. Schraub den Duschkopf wieder dran. Der Nächste, der duscht, wird lecker nach Hühnerbrühe riechen."
Nicht alle Scherze gehen auf Kosten anderer, aber ein gewisses Potential an Fähigkeit zur Schadenfreude braucht man, um alle im Buch aufgeführten Blödsinnigkeiten mit dem angemessenen Interesse zu erfassen und zu würdigen. Ich lache gerne und das nicht zu allererst über Dinge, bei denen Schadenfreude die Hauptrolle spielt. Deshalb finde ich es angemessen, dieses außergewöhnliche Buch in der Ich-Form zu besprechen. Damit es (ich) nicht missverstanden werde!

Der Amerikaner Sam Bartlett, der mit seiner Familie in Indiana lebt, verdient seinen Lebensunterhalt als Profimusiker mit Banjo und Mandoline. Nebenher hat er Ideen für Stunts, Gags und Tricks gesammelt und ausprobiert. In den USA hat er damit 32 Ausgaben eines "Stuntology"-Magazins und zwei Bücher gefüllt. Zeichnerisch hat er kein herausragendes Talent, trotzdem passen die einfachen schwarz-weißen Strichzeichnungen, die einfache Handgriffe sowie männliche und weibliche Figuren (überwiegend Gesichter mit langen und kurzen Nasen) abbilden, wunderbar zu den Beschreibungen seiner Streiche. Jede Seite ein neuer COMIC mit Sprechblasen, die zu Unverschämtheiten oder kleinen Zaubereien auffordern. Ich habe mitunter IGITT gedacht, mich aber zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Und manchmal hat mir sogar etwas gefehlt. Beim SCHEINFURZ zum Beispiel. Der Scherz hat - wie so oft - vier Stationen. Frage: "Hast du zu Hause ein Druckluftspray herumliegen?.."
Erste Information: "Damit kann man nämlich ganz wunderbar einen leisen, aber tödlichen Furz vortäuschen". Zweite Information: "Steh erst einmal mit verkniffener Miene herum und tritt von einem Fuß auf den anderen. Dann zische vier Sekunden lang mit dem Druckluftspray." Dritte Information: "Schnuppere ein paar mal, sag UPS und verschwinde". Was hat mir gefehlt? Die Anleitung, wie und ob man seine eigenen Furze anzünden kann.

Die allermeisten, oft wirklich haarsträubenden Kunststücke und irrwitzigen Scherze, die der Autor beschreibt, zünden aber ein wahres Feuerwerk an Ideen im eigenen Hirn an. Und deshalb ist dieses Buch auch nützlich und lesenswert und oft genug auch zum Selberausprobieren. 7 Kapitel helfen einem bei der Reihenfolge des Gagstudiums:
(1) Von nervenzermürbend bis nervtötend (2) Atemberaubendes & Haarsträubendes (3) Streiche, Gags & Bluffs (4) Abgefahrenes & Widerliches (5) Unnütze Fertigkeiten (6) Irrwitzige Sprachen & Mundsportarten (7) Alberne Spiele & hirnverbrannte Wettkämpfe
und neben dem alphabetischen Gesamtverzeichnis mit weit über 500 Stichworten ist auch das Themenverzeichnis mit 13 Rubrikabschnitten eine schöne Hilfe in diese besondere Welt des Nonsens und überraschender Zaubereien für ganz normale, leicht durchgeknallte Menschen von 8-99 Jahren.
Unter "Tricks und Gags mit kleinen Gegenständen" findet sich z.B. eine Zauberei für die ganz Kleinen: (1) "Nimm ein randvolles Glas Wasser und eine Nadel. (2) Leg die Nadel vorsichtig aufs Wasser. (3) Sie geht nicht unter. (4) Warum? Ist doch egal. Es ist ein Wunder." Ähnlich verblüffend wirkt der "Zahnstocher-Trick". Aus fünf leicht angebrochenen Stäbchen bildet sich wie von Zauberhand ein fünfzackiger Stern.

Ich finde ausdrücklich, dieses Buch ist nicht nur ein Knaller für alle kleinen und großen Fans von Irr-Sinn, Un-Sinn und Blöd-Sinn, es verführt auch zum Selbertüfteln. Und das nicht nur -in wenigen (ausgewählten) Fällen - mit Rotz, Pups und Spucke, sondern auch mit kinder- und jugendfreien Alltagsgegenständen. Z.B. gibt es eine Rubrik mit "Bleistift-Tricks" und eine für "Musikinstrumente - Marke: Eigenbau"

Wer dieses Buch besitzt, darf Youtube getrost vergessen. Die besten Stunts, Gags und Tricks kann man selber machen. Ich stimme aber Sam Bartlett zu, der sich einführend folgende Sprechblase gezeichnet hat:
"Es versteht sich zwar von selbst, aber ich sage es trotzdem: Dieses Buch ist als reiner Lesespaß gedacht. Scherzologie Enterprises (gilt auch für den Verlag boje) übernimmt keine Verantwortung für den Gebrauch oder Missbrauch dieser unsinnigen Infos".
D.h. dieses Buch ist sehr empfehlenswert, es sei denn, es gerät in falsche Hände. Diese Einschränkung sollten Eltern, Erzieher und Lehrer beachten. Nur sie können jeweils beurteilen, welche potentiellen Nutzer dieses Buches ausschließlich an den Rubriken: "Süße Rache" und "Achtung Kalte Dusche!" interessiert sein werden.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 nb, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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