GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Stenmans, Daniel
Titel Die Femeiche
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5366-7 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2009
Seitenzahl 155 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Gruselgeschichte
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Nachts bleibt Sven Karstens auf einer Straße liegen. Bei der Suche nach Hilfe begegnet er immer wieder einem Raben. Das 2. Kapitel spielt im Dorf Erle, in dem er für kurze Zeit nach einigen Zwischenstationen (Friedhof, Dorfbrunnen und Kirche) bedroht von ständigen Andeutungen, dass "man es nicht schaffen könnte" Unterschlupf in einer Gaststätte findet. Das 3. Kapitel spielt an der Femeiche, einer Hinrichtungsstelle im Mittelalter. Je nach Lesrentscheidung, kommt Karstens ums Leben oder entkommt.
Beurteilungstext Dieses "interaktive" Jugendbuch fällt durch seine besondere Les-Art auf. Der Leser kann an Ende eines Unterkapitels selbst entscheiden, wie die Geschichte weitergehen soll. Auf unterschiedlichen "Wegen" gelangt der Leser von der Landstraße in ein Dorf und schließlich zu der mittelalterlichen Femeiche. Die Hauptinhalte der Geschichte bleiben unabhängig des Leseweges bestehen. Eine wirkliche Beeinflussung des Geschehens durch den Leser ist nicht möglich. Dennoch ist es interessant, ein Buch nicht in einem Zuge durchzulesen sondern zwischen den Kapiteln springen zu können.
Die Autoren haben sich einer jugendlichen Sprache bedient, die weder viele Fremdwörter enthält noch mit sehr langen Nebensätzen arbeitet. Die einzelnen Unterkapitel motivieren durch ihre Kürze zu Weiterlesen. Textformat und Schriftgröße sind altersgemäß.
Die direkte Leseransprache auf dem Buchcover "Interaktiver Roman - Du entscheidest!" wird im Buch weitergeführt: Die gesamte Geschichte wird nicht nur aus der Sicht des Protagonisten geschrieben, der Leser wird an seine Stelle gesetzt. Da der Protagonist älter als der Leser ist, er fährt Auto, scheint hier ein tatsächlicher Bezug zum Leser schwer herzustellen zu sein. Dem wirken die Autoren entgegen, in dem sie während dem ersten Kapitel den Leser mit Hilfe vieler Adjektive und einem sich schnell aufbauenden Spannungsbogen in das Geschehen ziehen. Die zunächst ungewohnte Erzählperspektive unterstreicht diesen Effekt.
Vielleicht lassen sich männliche Jugendliche durch die Schockelemente vor allem im zweiten Kapitel zum Lesen überzeugen. Hier könnte einer geringen Lesemotivation durch die Aussicht auf ein verkürztes Lesen (der Leser muss nicht das gesamte Buch lesen) entgegen gewirkt werden.

Das Buch ist im selben Verlag als interaktives Hörbuch erschienen. Es wurde von der Synchronstimme von Bruce Willis, Manfred Lehmann, eingesprochen.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 MBD, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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