GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schreiber, Bernd
Titel Die Container-Füchse
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-
3-423-71371-9
Reihe dtv junior
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 154 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
Inhaltsangabe Der 11-jährige Florian lernt die gleichaltrige Svenja kennen, die abgelaufene Lebensmittel aus den Müllcontainern der Supermärkte sammelt und an Arme für 1 € verkauft. Mit dem Geld unterstützt sie ihre Familie, um am Ende des Monats etwas zu essen zu haben. Mit Hilfe von Florians Großvater wird ein Verein gegründet, der nach dem Prinzip der “Tafeln” Bedürftige versorgt.
Beurteilungstext Der Ich-Erzähler Florian begegnet in den Sommerferien Svenja. Erst im Laufe der Geschichte wird dem Leser - genauso wie dem Erzähler Florian - klar, warum Svenja Lebensmittel aus den Supermarktcontainern holt und sie an verschiedene arme Leute verkauft. Die Menschen werden glaubhaft in ihrer jeweiligen Situation geschildert. Es wird in Gesprächen erklärt, warum Svenjas Mutter von Sozialhilfe lebt.
Der Leser entwickelt - wie die Hauptperson - Verständnis für die beschriebene gesellschaftliche Realität. Der Handlungsablauf ist verständlich und glaubwürdig. Die Problemlösung ist schlüssig.- Die Leser kennen vielleicht ähnliche Organisationen, die sich um die Verteilung fast abgelaufener Lebensmittel an bedürftige Personen kümmern. In diesem Buch entwickelt Svenja diese Idee in ihrem privaten Umfeld auf eigene Faust und findet Unterstützung bei Florian, der von ihr von Anfang an fasziniert ist und sich in sie verliebt. Florians Familie wird von ihm einbezogen, damit wird das Vorgehen durch die Gründung eines Vereins rechtlich abgesichert.
Der Titel des Buches “Die Container-Füchse” taucht zum ersten und einzigen Mal bei der 1. Vorstellung des Vereins auf.

Das Buch erzählt altersgerecht mit vielen Dialogen. Die Sprache ist oft witzig; es werden teilweise umgangssprachliche Formulierungen benutzt. Zwischen Kindern und Erwachsenen herrscht trotz der geschilderten sozial angespannten Situation ein freundliches, verständnisvolles Klima.
Das Buch ist in Kapitel mit Überschriften gegliedert, die in einem Inhaltsverzeichnis am Anfang zusammengestellt worden sind.
Das Umschlagbild ist farbig ansprechend gestaltet; es macht neugierig. Das Bild erschließt sich dem Leser allerdings erst, nachdem er das Buch gelesen hat, da er dann auf Grund der Informationen das Bild interpretieren kann.
Das Buch kann sehr gut als Klassenlesestoff eingesetzt werden. Für den Lehrer wird im Internet Zusatz- und Begleitmaterial angeboten.
Der Autor versteht es, die Lebenssituation von Hartz IV-Familien durch die Begegnung eines betroffenen Mädchens mit einem Jungen aus der Mittelschichtfamilie so spannend zu erzählen, dass die verschiedenen Probleme nicht aufgesetzt wirken. Das Buch ist Jungen und Mädchen gleichermaßen zu empfehlen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 AB, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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