GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Vosseler, Nicole C.
Titel Die Caravaggio -Verschwörung
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-401-06067-5 Reihe
Verlag Arena, Würzburg, 2009
Seitenzahl 490 Preis 18,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Catarina, Tochter aus reichem Kaufmannhause, und Riccardo aus einfachen Verhältnissen sind ein heimliches Liebespaar. Riccardo wird an den Maler Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, verkauft, der ihn nun als Gehilfen beschäftigt. Als die beiden Neapel in Richtung Rom verlassen, wo Caravaggio sich die Wiederaufnahme in die Gesellschaft erhofft, schließt sich ihnen Catarina an. Nachdem Caravaggio unterwegs gestorben ist, vermuten die beiden einen Mord und suchen den Täter.
Beurteilungstext Die Autorin zeichnet in diesem Buch ein anschauliches Bild des Lebens im Italien des 17. Jahrhundert, oft allerdings etwas zu ausschweifend und langatmig. Die Hauptfiguren sind die beiden Jugendlichen Catarina, Tochter eines reichen Gewürzhändlers, und der aus einfachen Verhältnissen stammende Riccardo, der in einer Taverne schuftet, um zum Lebensunterhalt für seine Mutter und Geschwister beizutragen, da der Vater sie verlassen hat.
Catarina möchte leidenschaftlich gern den Gewürzhandel des Vaters übernehmen, doch er traut ihr das nicht zu und sucht nach einem Schwiegersohn, der dazu in der Lage ist. Der von ihm auserwählte ist ein älterer Marchese. Catarina hat jedoch gerade den jungen Riccardo kennen gelernt und die beiden sind ein heimliches Liebespaar, dem es gelingt, sich mit Unterstützung der Kammerzofe Anna immer wieder zu treffen.

Als Riccardo nach einem Streit vom Wirt der Taverne an den Gewinner in einem Kartenspiel verhökert wird, kommt der Maler Caravaggio ins Spiel. Dieser ist ein wilder Gesell, der keine Moral kennt und nach seinen eigenen Gesetzen lebt, dabei aber immer wieder - auch unter schwierigsten Umständen - geniale Gemälde schafft. Mehrfach ist er bereits mit den Gesetzen in Konflikt gekommen - aus Rom wurde er wegen eines Mordes bei einem Duell verbannt und floh. Der Großmeister des Malteserordens, Ritter Alof de Wignacourt, holte ihn in den Orden - auch dort machte er sich wieder unbeliebt und floh aus Malta zurück nach Italien und lebte fortan in Neapel. Aber im Orden gab es einen starken Gegner des Großmeisters, der Caravaggio nach dem Leben trachtete. So wurde er in Neapel überfallen und schwer verletzt, aber von Riccardo, dessen Familie und Catarina wieder gesund gepflegt, so dass er wieder malen konnte.

Der zweite Überfall geschah auf dem Weg nach Rom, wo er sich Begnadigung erhoffte, in Porto Ercole. Wieder pflegen ihn Riccardo und Catarina. Doch diesmal erholt sich Caravaggio nicht mehr, sondern stirbt im Fieber. Das junge Paar vermutet einen Mord und macht sich nun auf den Weg, um herauszufinden, wer ihn so gehasst hat und was die Ursache dafür war.

Die Autorin hat sich sehr an die geschichtlichen Tatsachen gehalten, allerdings auch fiktive Figuren eingeführt, wo die Geschichte uns wohl im Unklaren gelassen hat. Der Titel scheint mir allerdings etwas irreführend, denn es handelt sich keineswegs um eine Verschwörung des Caravaggio sondern eher um eine gegen ihn.
Sehr gut sind die Beschreibungen der Gemälde, so dass man sie sich auch ohne Abbildung vorstellen kann. Historisch gesehen gibt das Buch einen sehr guten Einblick in das Leben im damaligen Italien.

Vermisst habe ich ein Glossar am Ende, um die italienischen Begriffe, aber auch einige geschichtliche Fakten, zu erläutern.
Im Großen und Ganzen ein empfehlenswerter historischer Roman, mit der Einschränkung, dass der Inhalt die fast 500 Seiten nicht ganz ausfüllt - auch auf 100 Seiten weniger hätte der Roman keineswegs an Reiz verloren, im Gegenteil. Wegen des relativ hohen Preises und der Ausführlichkeit als Klassenlektüre eher weniger geeignet.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 wm, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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