GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Zusak, Markus
Titel Die Bücherdiebin
Übersetzer / Originalsprache Ernst, AlexandraEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-570-13274-6 Reihe cbj
Verlag cbj, München, 2008
Seitenzahl 588 Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hartpappe Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Der Roman schildert die schwierigen Kindheitserlebnisse des 11-jährigen Mädchens Liesel Meminger, das 1939 als Tochter eines Kommunisten auf dem Wege zu seinen Pflegeeltern nach Molching bei München unterwegs den Tod des jümgeren Bruders ertragen muss. Dort wird sie mit dem Inferno des Krieges und seiner brutalen Folgen konfrontiert, hat aber auch schöne Erlebnisse und verliert nie die Hoffnung auf eine angemessene Zukunft.
Beurteilungstext Der Roman gehört zu den besten, die ich je zum Thema zweiter Weltkrieg und Holocaust gelesen habe. Originell und eigenartig ist schon die Wahl des Erzählers: es ist der Tod! Weil der Mitleid mit Liesel hatte, als ihr Bruder verstarb, begleitet er fortan das Schicksal des Mädchens. Ausschweifend erzählt er seine Schul- und Familienerlebnisse, von Gegenwart und Vergangenheit der Familie Hubermann, die das Mädchen liebevoll betreut und zugleich einen jüdischen Freund und Bekannten monatelang im Keller versteckt, bis der selbst diese Angelegenheit nicht mehr mit seinem Schuldbewusstsein vereinbaren kann und flieht. Liesels gleichaltrige Freunde, insbesondere Rudi Steiner, mit dem sie nicht nur Nahrungsmittel, sondern eben auch Bücher stiehlt, entwickeln in der Zeit bis 1943 eine echte Partnerschaft und zu Rudi gar eine Zuneigung, die sich jedoch nicht mehr zu realisieren vermag, denn nach einem Bombenangriff ist die Himmelstraße ausgelöscht. Nur Liesel überlebt in einem Keller, der vormals nicht als Luftschutzkeller anerkannt worden war. Weil Liesel ihre Erlebnisse gleichsam auch aufzeichnet und dem Manuskript den Titel “Die Wortschöpferin” verleiht, wird das Geschehen aus zwei Perspektiven dargeboten, aus der des Todes und aus der Sicht des Kindes, hervorgehoben durch fetten Druck, der Zwischenüberschriften gleicht. So entsteht eine schwebende Atmosphäre des Erzählten, Tragik und Komik liegen eng beieinander, Angst und Hoffnung, Leben und Tod. Die Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 ist logische Folge und nur zu begrüßen!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 rene, Sachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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