GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor De Mari, Silvana
Titel Der letzte Ork
Übersetzer / Originalsprache Kleiner, BarbaraItalienisch
Illustrator
ISBN 978-3-570-13521-1 Reihe
Verlag cbj, München, 2009
Seitenzahl 896 Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantasy
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Die Fortsetzung des letzten Elfen folgt dem jungen Hauptmann Runkstrail auf seinem Weg, der sich scheinbar von Gefecht zu Gefecht entwickelt und schließlich in einem schrecklichen Krieg mündet. Daneben begegnet man auch Figuren aus dem ersten Band wieder, wie dem Elf und der jungen Robi.
Beurteilungstext In jedem Menschen steckt ein Elf und ein Ork. Vor dieser Weisheit steht der Leser am Ende des Buches und blickt zurück auf eine mitreißende und spannende Geschichte, die ihn bis zur letzten Seite zu fesseln vermochte. Obwohl es sich bei dem „letzten Ork“ um eine Fortsetzung zum „letzten Elf“ handelt, lässt sich der Roman problemlos auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen.
Über eine lange Anfangsphase hin folgt man dem jungen Hauptmann Runkstrail, einem Hünen und mutigen Kämpfer für die Gerechtigkeit und einem erbitterten Rächer an den grausamen Orks, die das Land mehr und mehr terrorisieren. Aus sehr armen Verhältnissen stammend, erkämpft sich dieser Held mit ungeheurem Mut, erstaunlicher körperlicher Geschicklichkeit und Stärke und einem sehr gesunden und schnellen Verstand, seine Position an der Spitze eines makaberen Söldnerheers. In dieser Truppe sammelt sich der Bodensatz der Gesellschaft, all diejenigen, die selbst unter den Ärmsten der Armen keine Chance mehr haben und sich über die Jahre im Dienst der Söldnerarmee verpflichten müssen, um ihr einfaches, aber würdeloses Leben erhalten zu können. Sie sind die Opfer eines grausamen Herrschaftssystems, dass zur Machterhaltung eine ganze Gruppe von Henkern beschäftigt hält, die Gliedmaßen amputieren und wahllos köpfen, wenn sich auch nur ein Hauch des Ungehorsams erkennen lässt.
Runkstrail begegnen nach und nach Gestalten, die der Leser bereits aus dem vorangegangenen Roman kennt, die jedoch so in die Geschichte eingeführt werden, dass sie ein Eigenleben erhalten, dass der Vorgeschichte aus dem ersten Band nicht bedarf, um verstanden zu werden. Schnell wird deutlich, dass es der Autorin Lilvana die Mari nicht nur um eine spannende Fantasygeschichte geht, die in mittelalterlichem Ambiente die üblichen Fabelwesen miteinander kämpfen lässt. Di Mari ist Ärztin und Psychotherapeutin. Für sie geht es hier auch um die Frage, wie Gewalt entsteht, was Schuld bedeuten kann und in welchem Verhältnis sie zur eigenen Geschichte und Abstammung steht und woher der Mensch seinen Mut und seine Stärke zu schöpfen vermag, die ihn oftmals über sich selbst und die eigene bescheidene Existenz hinauswachsen lässt.
Man könnte sich gut vorstellen, dass ihr die Mechanismen von Armut, Macht und Unterdrückung durch ihre Tätigkeit als Ärztin in Italien und vor allem auch in Afrika bekannt sind. Ihre Schilderungen sind zum Teil grausam, aber trotz des fantastischen Sujets glaubhaft und durchaus auf die Realität übertragbar.
Es handelt sich bei dem „letzten Ork“ um einen sehr gelungenen Fantasyroman, der es schafft über das eigene Genre hinauszuweisen und auch eine Bedeutung für das Hier und Jetzt zu haben. Er lässt den Leser hoffentlich nachdenklich zurück, nachdem er den Buchdeckel geschlossen hat.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 JA, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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