GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor BOSCH, Pseudonymous
Titel Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis
Übersetzer / Originalsprache Pawis-Koob, PetraEnglisch
Illustrator Völkers, Sabine
ISBN 978-3-401-06256-8 Reihe
Verlag Arena, Würzburg, 2009
Seitenzahl 318 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 12-13
10-11
Inhaltsangabe Ein Ich-Erzähler erzählt, wie Kassandra und Max-Ernest die "Symphonie der Düfte" finden, einem verschwundenen Zauberer auf die Spur kommen und am Ende das Geheimnis um die Einrichtung "Mitternachtssonne - Sensorium und Spa" lösen.
Beurteilungstext Was ist zu wenig für einen, genau richtig für zwei und zu viel für drei? Antwort: Ein Geheimnis." (S. 32). Und aus dem Grund weiht der Ich-Erzähler den Leser in sein geheimes Wissen ein. Und da Neugier eine typisch menschliche Untugend ist, möchte natürlich jeder wissen, was es mit dem Geheimnis auf sich hat. Insofern ist es eine gute Strategie, Interesse für ein Buch zu wecken, wenn man es mit "Das Name dieses Buches ist ein Geheimnis" betitelt. Wozu aber nun die Geheimniskrämerei?
Die Hauptrolle in dem Buch spielen zwei elfjährige, etwas eigenartige Kinder. Das ist zum einen Kassandra, die allein bei ihrer Mutter lebt, ständig Katastrophen erahnt, die aber nie eintreten, und präventiv ständig einen Rucksack voller überlebensnotwendiger Dinge mit sich herumschleppt. Der zweite "Abenteurer" ist Max-Ernest, der mit seinen geschiedenen Eltern in einem Haus lebt, zwischen ihnen hin- und hergerissen ist, ständig versucht Witze zu erzählen und endlos quasselt. Gemeinsam ist beiden, dass sie Sonderlinge ohne viel Anschluss an Gleichaltrige sind, was auch ihr gegenseitiges Kennenlernen nicht gerade erleichtert.
Zusammen gehen die Kinder auf die Suche nach einem Zauberer, der wie vom Erdboden verschluckt ist. Dabei fallen ihnen zwei sonderbare Gestalten auf, ein Mann und eine Frau. Als jene dann in der Schule auftauchen und einen Klassenkameraden mitnehmen, der für seine Malkünste ausgezeichnet wurde, heftet Kass sich an ihre Fersen. Sie landet in "Mitternachtssonne - Sensorium und Spa" und kommt dort einem obskuren Kult auf die Schliche, der das Altern von Menschen verhindert. Nach einigen Verwirrungen gelingt es Kass und dem mittlerweile auch eingetroffenen Max-Ernest, den Mitschüler zu befreien und das "Sensorium" zu zerstören. Warum der vermeintliche Butler eigentlich vor Ort ist und zum Retter der beiden Kinder wird, bleibt unklar - wie so manche anderen Zusammenhänge. Vielleicht, weil sie geheim sind?!
Das eigentlich Besondere an dem Buch ist die Erzählhaltung. In außergewöhnlich starker Manier kommentiert der Ich-Erzähler das Geschehen und wendet sich direkt an den Leser. Zu Anfang ist es noch ganz witzig, dass er den Leser vor den Gefahren des Buches bzw. des darin enthaltenen "Geheimnisses" warnt, alle Orte und Personen anonymisiert und dazu ermutigt, sich vorzustellen, die Geschichte könne auch im eigenen Wohnort passiert sein. Alsbald stört es aber schlichtweg den Lesefluss und nervt, wenn ständig Warnungen vor diesem und jenem ausgesprochen werden, Handlungen explizit mit Ansprache an den Leser kommentiert werden oder gesagt wird, dass er - der Erzähler - eine Pause bräuchte, weil es zu spannend sei. Im Übrigen reiht sich auch der - vielleicht innovativ gemeinte - Schluss in diese gestalterischen Schwächen ein: Zu unstrukturiert, zu offen und wieder reichlich überflüssige Erzählerkommentare.
Zudem ist das Zeitgerüst etwas problematisch, auch wenn das der Zielgruppe wohl nicht auffallen dürfte. Zwar wird die erzählte Zeit nicht genannt, dabei kann es sich kann kaum um die Gegenwart (2009) handeln, da der verschwundene Zauberer als 9-jähriges Kind noch die Machtergreifung Mussolinis (1922!) miterlebte. Insofern wäre eine klare zeitliche Verortung für die Handlung ganz sinnvoll gewesen.
Fazit: Eine nicht besonders geheime, aber insgesamt herkömmliche und teilweise unlogische Story, die durch das erzählerische Setting gesteigert werden soll. Das gelingt aber nur sehr bedingt.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 str, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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