GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schiller, Friedrich
Titel Der Taucher
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Glasauer, Willi
ISBN 978-3-934029- 33-0 Reihe Poesie für Kinder
Verlag Kindermann, Berlin, 2009
Seitenzahl 29 Preis 15,50 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Lyrik
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Friedrich Schiller feierte in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag. Grund genug für den Kindermann Verlag in der Reihe "Poesie für Kinder" die spannende Ballade "Der Taucher" neu zu bebildern.
Beurteilungstext Hoch oben auf der Klippe steht er, der kühne Edelknecht und blickt in die tosenden Wellen des Meeres. "Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp', / zu tauchen in diesen Schlund?" Niemand der genannten Gruppe hat sich getraut. Und so ist er vorgetreten. "Einen goldnen Becher werf' ich hinab, / verschlungen hat ihn der schwarze Mund. / Wer mir den Becher kann wiederzeigen, / er mag ihn behalten; er ist sein eigen." So sprach der König. Doch alle schauten nur stumm. "Und es (das Meer, m. A.) wallet und siedet und brauset und zischt, / wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt, / bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt, / und Flut auf Flut sich ohn' Ende drängt, / (...)" Doch plötzlich ist er da, ein stiller Moment, das Meer hält für einen Atemzug inne. Und der Edelknecht springt. Wird verschlungen von den schwarzen Wassermassen, es "schließt sich der Rachen; er zeigt sich nimmer." Sie hatten es kommen sehen. Nicht einmal für die Krone, den Thron gar, wären sie gesprungen. "Mich gelüstete nicht nach dem teuren Lohn. / Was die heulende Tiefe da unten verhehle, / das erzählt keine lebende, glückliche Seele!" So denken sie und erschauern. Und doch. Er schaffte es. Aus der Tiefe, aus dem Tosen kehrt er zurück. "Der Edelknecht. Er "rudert mit Kraft und mit emsigen Fleiß" und bringt derb goldenen Becher zurück. Und dann berichtet er, was er sah in der Tiefe des Meeres. "Schwarz wimmelten da, in grausem Gemisch, / (...), / Und da hing ich und war's mir mit Grausen bewusst, / von der menschlichen Hilfe so weit, / (...) / tief unter dem Schall der menschlichen Rede / bei den Ungeheuern der traurigen Öd." Doch mit Gottes Hilfe fand er zurück. Die Erkenntnis "der Mensch versuche die Götter nicht / und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen." Doch der König will mehr. Neugierig geworden, verlangt er noch mehr Informationen über den Abgrund. Den Becher, ein Ring und seine Tochter dazu, wenn es der Knecht noch einmal wagt. Und er springt. Der Liebe wegen. Doch zwei Mal bekommt man nicht das selbe Geschenk. Und so versinkt er für immer in den schwarzen tiefen des gierigen Meeres.
Wille Glasauer bebildert mit an alte Stiche erinnernder Technik, lässt mit tausend unruhigen Strichen die Klippen bedrohlich ins Meer ragen, die Fluten schäumen. Ein einsamer Baum klammert sich an die Steilküste, hoch oben trauert die Königstochter. Über allem schwebt kraftvoll der Text.
Im ganzen Fluss ist er am Ende noch einmal nachzulesen. Entstanden im kreativen Wettstreit mit Dichterkollegen Johann Wolfgang von Goethe, von Franz Schubert gleich zweimal vertont, hat die Ballade bis heute nichts von ihrer Kraft und Dramatik verloren. Spannend und fesselnd auch für kleine Zuhörer.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 ar, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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