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GEW |
Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM |
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Autor |
McGowan, Anthony |
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Titel |
Der Tag, an dem ich starb |
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Übersetzer / Originalsprache |
Ganslandt, Katarina / Englisch |
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Illustrator |
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ISBN |
978-3-473-35309-5 |
Reihe |
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Verlag |
Ravensburger, Ravensburg, 2009 |
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Seitenzahl |
249 |
Preis |
16,95 € (D) |
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Ausführung |
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Einsatzmöglichkeiten |
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Medienart |
Buch: Hardcover |
Gattung |
Abenteuererzählung |
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Zielgruppe |
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Inhaltsangabe |
Der Ich-Erzähler ist Schüler an einer britischen Schule, die vor Gewaltfantasien dampft - oder wenigstens die Jugendlichen, von denen hier erzählt wird. Sie bekämpfen sich gegenseitig, kämpfen gemeinsam gegen die Lehrer und zum Schluss gegen die Schüler der Nachbarschule. Ein klassisches Count-Down, an dessen Ende ein Toter und viele Verletzte auf der Wiese liegen. Aber nicht der Erzähler stirbt, sondern er mordet einen anderen, ausgerechnet einen Freund und fühlt sich gestorben. |
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Beurteilungstext |
In einer aberwitzigen Zeitdehnung sieht der Junge ein Messer auf sich zu stechen: die maximal zwei Sekunden ziehen sich über gut 240 Seiten voller Rückblenden und dem Hintergrund des Geschehens hin. Aber auch diese an sich spannende literarische Konstruktion täuscht nicht über den eigentlichen Gehalt des Buches hinweg. Es wird eine Schule beschrieben, in der nur Gewalt als Kommunikationsmittel dient. Selbst die kleinsten Regungen anderer Art haben immer einen Ausblick in eine Gewalttat oder die Fantasie einer solchen hinter sich.
Ich bin froh, in meinem langen Schulleben keine derartige Schule kennen gelernt zu haben - und ich kenne einige, vorwiegend allerdings solche in Deutschland. Diese reale oder imaginierte Gewalt kenne ich nur aus der angelsächsischen Literatur (und nur vor diesem Hintergrund ist auch die Radikalität eines A.S. Neill recht zu verstehen), dort wird sie allerdings so oft aufgegriffen, dass sie wohl immer noch eine Rolle spielt. Ich vermisse vollkommen ernst zu nehmende Interventionen der Erwachsenen. Beschrieben werden nur hilflose Versuche eines Lehrers, die an der geschlossenen Front der Schüler abprallen. Auch die Sprache, die der scheinbar die Gewalt nicht unbedingt als Mittel der letzten Instanz sehenden Junge schreibt, könnte einem Kriegsbericht vergangener Tage entstammen, der Superheld steht wie ein Feldherr auf dem Schlachtfeld!
Inhalt und Sprache leben die Gewalt; unter einem Buch für Jugendliche, denen auch in ihrer Lektüre Verhaltensmuster gezeigt werden sollen, nach denen sie sich richten können, die ihnen Entscheidungshilfen liefern könnten, verstehe ich etwas anderes. Auch der Hinweis, dass der Schluss - der Erzähler bezeichnet sich als gestorben, weil er die letzte Form der Gewalt, also den Mord, angewandt hat - die Ausweglosigkeit der Gewaltspirale zeige, zieht hier nicht, weil alles Heldenhafte, alle Überlegenheit, Coolness etc. einen zu großen Stellenwert haben, als dass sie als Mittel der Gestaltung auf ein pazifistisches (?) Ende hin dienen könnten. |
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Bewertung |
nicht empfehlenswert |
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Rezensent |
cjh, Berlin |
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in der AJuM Datenbank |
Ja |
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Die Rezension ist der Datenbank unter
www.ajum.de entnommen. |
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