GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Alexie, Sherman
Titel Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeitindianers
Übersetzer / Originalsprache Orgaß, KatharinaAmerikanisch
Illustrator Forney, Ellen
ISBN 978-3-423-24742-9 Reihe dtv premium
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 270 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Autobiografie/Autobiografische Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Der 14-jährige Junior(mit offiziellem Namen Arnold Spirit) vom Stamme der Spokane-Indianer entschließt sich, eine weiße Schule außerhalb des Reservates zu besuchen, um dem Sog von Alkoholismus und Arbeitslosigkeit zu entkommen. Ein hartes Leben als Outcast zwischen allen Stühlen steht ihm bevor. Seine Erfahrungen werden witzig-unterhaltsam und eigenwillig geschildert und mit Cartoons versehen.
Beurteilungstext Offensichtlich verfügt der Autor Sherman Alexie über authentische Lebenserfahrungen im Spokane-Indianer-Reservat Wellpinit, die er hier verarbeitet. Sein erster Jugendroman, der nun ins Deutsche übersetzt vorliegt, bringt bereits Auszeichnungen aus den USA mit. Dessen ungeachtet beeindruckt zunächst der sperrige, aber obercoole Titel, der auch die Titelbildillustration beherrscht und mit einiger Sicherheit junge männliche Leser anspricht. Dazu tragen noch die Comiczeichnungen bei, die scheinbar erste Zeichenversuche des Ich-Erzählers sind(, aber in Wirklichkeit von Ellen Forney stammen). Sie begleiten sämtliche Kapitel, die sich etwa durch ein Lebensjahr ziehen, aber nicht streng als Tagebuch aufgezeichnet sind. Der Protagonist Arnold Spirit(genannt Junior) weckt massenhaft Sympathie beim Leser, weil er so ehrlich und voller Galgenhumor, aber auch ernsthaft und gefühlvoll seine Lebensumstände schildert. Die sind geprägt durch seinen besten Freund und Feind Rowdy, seinen alkoholsüchtigen Vater, seine großartige Grandma( die leider in dieser Zeit stirbt), seine erste zarte Liebe zu Penelope, seine Versuche, in der weißen Schule Fuß zu fassen und Freunde zu finden, seine schulischen und sportlichen Anstrengungen und Erfolge und seine Beziehung zu seiner großen Schwester und seiner Familie und seinem Stamm überhaupt. Trotz der traurigen und hoffnungslosen Erfahrungen gibt Spirit nicht auf. Mit Wut und Enttäuschung und Freude und Lachen kämpft er sich durch das Jahr, findet seinen Platz als Angehöriger vieler Stämme. Viele komische Szenen und witzige Dialoge machen Spaß beim Lesen und lassen viel Empathie zu diesem “Teilzeitindianer” entstehen.
Als individuelle und Gruppenlektüre unbedingt empfehlenswert!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 verh, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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