GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Schindler, Nina
Titel Das Cape aus rotem Samt
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-596-80889-2 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 303 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Paperback Gattung  Historischer Roman
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Marguerite lebt im Bremen der Jahrhundertwende. Sie entstammt einer reichen Kaufmannsfamilie. Ihre Eltern sterben während der Diphtherieepedemie. Keine vertrauten Eltern, keine geliebte Gouvernante, keine Schule, kein angenehmes Leben in der reichen Villa mehr, sondern ein entbehrungsreiches Dasein und Schuften in einem Wirtshaus bei Onkel und Tante. Ein rotes Samtcape führt zu einer Verwechslung und Entführung. Marguerite flieht und kann den Betrug an ihren Eltern aufklären. Happy End!
Beurteilungstext Nein, die (erst) dreizehnjährige, behütet aufgewachsene Kaufmannstochter Marguerite lässt sich nicht unterkriegen. Auch nicht, als sie nach dem Tod der Eltern bei ihrem Vormund Onkel Konrad und seiner unwirschen, unfreundlichen, harten Frau Agnes leben muss, die ihr sogar ihren Namen Marguerite (und damit einen Teil ihrer Identität) nimmt. Der Name passt nicht in die Welt des Bremer Hafenviertels, in die ärmliche/einfache Gastwirtschaft der Tante. Marguerite muss nun den Namen Gesche, den Namen einer Giftmörderin, die beim Dom geköpft wurde, tragen.
“Mein Leben als Marguerite war vorbei - jetzt war ich Gesche.” “Klagen half mir aber nicht weiter - so viel war klar.”
Sie erlebt aber auch als Gesche Freundschaft , z.B. mit Jörn (aus dem Waisenhaus entflohen), und sie erfährt Solidarität bei ihrer ehemaligen Gouvernante, die ihr dabei hilft, das auf unerklärliche Weise verschwundene Testament ihres Vaters im Hause des protzigen, betrügerischen Konsuls aufzufinden. Ihre Freundin Marliese trennt sich von ihr als sie bettelarm ist, schenkt ihr als Almosen ein rotes Samtcape, das zur Verwechslung führt: denn die Entführer wollten mit der reichen Konsultochter Lösegeld erpressen, und Marguerite/Gesche wollte sie warnen! Bei der Aufklärung des Falles gibt es eine Leiche, aber es spritzt kein Blut und es explodiert nichts; es gibt keine Psychopathen, aber eine gemeine Betrügerfamilie. Das Buch hat einen gut aufgebauten Spannungsbogen. Die jugendlichen Leserinnen wünschen sich mit jeder gelesenen Seite schließlich Gerechtigkeit für die Protagonistin. Sie werden nicht enttäuscht.
Nina Schindler kombiniert in diesem Buch für Mädchen (ab 12 Jahren) Geschichtsbilder aus dem Bremen der Jahrhundertwende mit einer so spannenden (aber auch unwirklichen) Handlung wie im Krimi. Eine hübsche Idee: Jedes Kapitel wird mit einem Spruch, einer passenden Lebensweisheit eingeleitet.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Sch-H, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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