GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Lehtinen, Tuija
Titel Das Leben liegt vor uns, Leute
Übersetzer / Originalsprache Kritzokat, ElinaFinnisch
Illustrator
ISBN 978-3-511-35666-6 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 316 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Softcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Für Tanja und ihre Freunde Eppu, Kutri und Schätzchen beginnt das letzte Schuljahr. Sie sind schon seit ewigen Zeiten miteinander befreundet, doch im Lauf der Zeit beginnen sich die Beziehungen zu wandeln. Es ist Zeit für etwas Anderes, Zeit erwachsen zu werden. Doch Tanja liest lieber dicke Schmöker, spielt mit Eppu Computerspiele oder schmust mit ihrem Kater, so wie sie es schon immer gern getan hat. Aber auch sie kann sich - zum Glück - dem Erwachsenwerden nicht entziehen.
Beurteilungstext Das letzte Schuljahr beginnt und Tanja hängt immer mit den Gleichen aus ihrer Klasse herum. Jeder in der Clique ist auf eine besondere Art eigenwillig. Eppu ist der einzige Junge in der Gruppe, er lebt mit seinem schwulen Vater zusammen und ist schon seit dem Kindergarten Tanjas bester Freund. Bei den Mädchen kommt sie mit Elsa am besten aus. Diese hat eine Mutter, die sich nervigerweise lieber wie eine Freundin verhält und ständig mitmischen will. Kutri schmachtet aus der Ferne einen ihrer Klassenkameraden an – welches dann für sie auch das einzige Gesprächsthema ist. Und die Letzte im Bunde ist Schätzchen – ein Mädchen, das gut aussieht, aber alles erst mit langer Verzögerung kapiert und immer ziemlich dumme Sachen von sich gibt. Tanja selbst hält sich für etwas zu kräftig, isst allerdings auch gerne und ungesund, bewegt sich nicht viel, liebt dagegen Bücher und gemeinsames Computerspielen mit Eppu. Die Jugendlichen verbindet die gemeinsame Vergangenheit, doch sie fangen an, sich weiterzuentwickeln und auseinanderzuleben. Eppu ist plötzlich mit Elsa zusammen, was Tanja in ihrer Freundschaft zu Eppu sehr verunsichert. Kutri und Schätzchen entfernen sich ebenfalls von Tanja und auch sie beginnt, sich aus den gewohnten Kreisen herauszubewegen. Denn auch Neues kann gut sein, wie sie am Ende erkennt. Das Buch beginnt mitten in einer Unterhaltung zwischen der Ich-Erzählerin und den anderen der Gruppe. Die Dialoge sind realistisch, auch wenn es dem Leser zu Anfang etwas schwer fällt, in den Roman einzusteigen. Die Gründe für die Verbundenheit untereinander wirken merkwürdig, doch so ist es im wirklichen Leben manchmal auch. Besonders die Beziehung zu Schätzchen, die von allen eigentlich nur belächelt wird, und auch die Freundschaft von Tanja zu Kutri scheint seltsam. Alle brechen aus alter Gewohnheit nicht aus der Gruppe aus, obwohl sie sich oft nur noch nervig und anstrengend finden. Durch die Mischung aus Ich-Perspektive und den von Tanja miterlebten Dialogen bekommt der Leser eine gute Inneneinsicht in Tanja und in die Gruppe, ist emotional nahe am Geschehen, wird allerdings auch auf die Sichtweise von Tanja begrenzt und kann nur ihr Handeln nachvollziehen. Die Erzählperspektive ist glaubhaft, die Autorin trifft die jugendliche Sprache gut. Das Buch bietet eine Innenansicht in eine Schülergruppe, in welcher nichts wirklich Spektakuläres geschieht – Alltag eben. Dieser Alltag ist – trotz des Handlungsortes Finnland – nicht wirklich anders als der der Leser. Die Probleme sind ähnlich und der Leser kann sich gut in Tanja einfühlen und sich mit ihr identifizieren. Das Buch bietet außer dem ungewöhnlichen Ort nicht wirklich etwas Neues, allerdings ist es flüssig zu lesen und bietet Futter für weibliche Leseratten.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 BW-UKL, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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