GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor van de VENDEL, Edward
Titel DIE LANGEN NÄCHTE DER STILLE
Übersetzer / Originalsprache Erdorf, RolfNiederländisch
Illustrator
ISBN 978-3-551-58183-9 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2009
Seitenzahl 400 Preis 14,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hartpappe Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Das Leben des 19-jährigen homosexuellen holländischen Studenten Tycho mit seinen WG-Mitbewohnern Vonda und Moritz
Beurteilungstext Tycho (19) beginnt sein Studium in Rotterdam und hat ein halbes Jahr zuvor herausgefunden, dass er schwul ist. Er zieht mit den Studenten Vonda und Moritz zusammen in eine WG. Beide sind auch Künstler. Vonda ist Sängerin und Moritz Tänzer. Tycho selber hat mit einem Studium an der Schreibakademie begonnen. Die 3 führen ein typisches WG-Leben mit langen Gesprächen nachts, Partys, Discobesuchen, Liebeleien und Enttäuschungen. Moritz ist ebenfalls schwul, so dass Tycho merkt, dass er immer offener seine Homosexualität ausleben kann. In e-mails, die Tycho zwischendurch in die Ich-Erzählung einfließen lässt, wird deutlich, dass er immer noch viel für seine verflossene Liebe Oliver in Norwegen empfindet. Vonda bekommt die Chance, die Niederlande beim Eurovision Song Contest als Sängerin zu vertreten, Tycho und Moritz bilden den Background Chor. Dieses Musikereignis bildet den Höhepunkt und das Ende des Romans, allerdings hat Tycho zuvor eine Lügengeschichte von Vonda aufgedeckt und wieder Kontakt zu Oliver aufgenommen.
Die 394 Seiten von Edward van de Vendel lassen sich rasch lesen, sind jedoch geprägt von den typischen Problemen bzw. Gedanken eines 19-jährigen Studenten. Im vorigen Sommer hatte Tycho eine Liebesbeziehung zu einem Norweger, über die der Band "Die Tage der Bluegrass Liebe" handelt. "Die langen Nächte der Stille" ist quasi die Fortsetzung, lässt sich aber problemlos auch getrennt vom ersten Buch lesen und verstehen. Wenn man jedoch den 2. Band zuerst gelesen hat (so wie ich) und dann neugierig auf Band 1 geworden ist, wird man feststellen, dass das 1. Buch nicht in der Ich-Form, sondern in der 3. Person geschrieben wurde und dort das Coming-Out von Tycho im absoluten Vordergrund steht. In "Die langen Nächte der Stille" macht sich Tycho mehr Sorgen um seine Mitbewohnerin Vonda und deren Probleme. Die schwule Leserschaft vom 1. Buch wird darüber wahrscheinlich nicht so erfreut sein. Tychos super tolerante Eltern, die ihm jederzeit völlig hilfsbereit und verständnisvoll zur Seite stehen, sind fast ein wenig überzeichnet. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch besonders männlichen heranwachsenden Lesern zu empfehlen, die in einer ähnlichen Situation wie Tycho stecken.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 REI, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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