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GEW |
Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM |
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Autor |
Balthazar, Nic |
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Titel |
BenX |
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Übersetzer / Originalsprache |
Wansleben, Eva / Flämisch |
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Illustrator |
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ISBN |
978-3-596-80898-4 |
Reihe |
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Verlag |
Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009 |
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Seitenzahl |
95 |
Preis |
6,95 € (D) |
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Ausführung |
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Einsatzmöglichkeiten |
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Medienart |
Buch: Taschenbuch |
Gattung |
Erzählung |
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Zielgruppe |
14-15 |
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Inhaltsangabe |
Ben ist Autist. Er nimmt die Welt als Bedrohung wahr, wenn sie unvorhersehbar reagiert. Deswegen muss er seinen Tagesablauf ritualisieren: abzählen, abpassen, nach der Uhr ausrichten, wiederholen. Es gibt allerdings einen Bereich, in dem er bedeutend freier ist: Das Schreiben im Internet. Dort gewinnt er eine Freundin, die sich mit ihm treffen will. Beinahe ginge das schief: er wirft sich vor einen Zug, aber seine Prinzessin rettet ihn und sorgt für die Bloßstellung seiner Peiniger in der Klasse |
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Beurteilungstext |
Dieses sehr reduziert geschriebene Buch über einen Autisten, der sich nur am Rande seiner Krankheit bewegt, besteht aus drei Komponenten. Die erste beschreibt sein Leben, seine Wahrnehmung und seine Familie, vor allem seine Mutter, die sehr sachlich mit dem Problem ihres Sohnes umzugehen gelernt hat, dennoch aber immer wieder vor Situationen steht, mit denen sie nicht klar kommen kann. Der kleine Bruder spielt nur am Rande eine Rolle, wird aber sehr zutreffend als vor großen Rätseln stehend beschrieben. In der Schule kommt Ben einigermaßen klar, wären nicht zwei Halbstarke, die ihn letztlich in den Selbstmord treiben, selbstverständlich nicht mit Absicht, aber sie reagieren auf ihre Art fast autistisch, indem sie gar nicht wahr nehmen, wie ihr Handeln, ihre Bloßstellung Bens bei ihm ankommen muss. Die zweite Komponente beschreibt Bens Umgehen mit Computer und Internet. Hier bewegt er sich freier, reimt seine Texte unentwegt und nimmt Kontakt zu einer Märchenprinzessin auf, die ihm gleichermaßen antwortet, schließlich sogar sich mit ihm real treffen will. Dass wesentlicher Bestandteil der Kommunikation sexuelle Versprechungen sind, spielt eigentlich gar keine Rolle, entspricht eigentlich nur der überbordenden Fantasie eines Pubertierenden. Die dritte Komponente ist die eigentliche Handlung, und die ist reichlich unrealistisch: Die Märchenprinzessin durchschaut den Jungen, bevor sie sich zu einem Treffen entscheidet. Da sie auch vom Aussehen Bens Fantasie entspricht, hat sie ein leichtes Spiel. Er traut sich nichts, als er sie sieht, sie spricht ihn an, weiß alles und kann sogar verhindern, dass es Ben gelingt, sich vor einen einfahrenden Zug zu werfen. Und damit nicht genug, sie inszeniert eine Beerdigungsfeier, in der die beiden Übeltäter, die unmittelbare Verursacher von Bens Selbstmordversuch sind, bloßgestellt werden. Besonders der letzte Teil ist m.E. völlig unrealistisch, wie eigentlich überhaupt die dritte Komponente, erst recht, weil hier die Erwachsenen mitspielen.
Um zu verstehen, wie ein Autist seine Welt wahrnimmt, ist diese Erzählung, wenigstens im ersten Teil, wirklich hilfreich. Die Mutter ist eher stark als hart - man muss sich aber auch ein Leben lang wappnen im Umgang mit dieser unbegreiflichen Krankheit. Im Gespräch mit dem windelweichen und wortreich agierenden Psychologen kann sie sprühen vor Witz und Kompetenz. Aber Ben bleibt unbegreiflich auch für sie - weil er eben nichts von sich erzählen kann. Auch sind Klassenkameraden wie die beiden Übeltäter eher Alltag als Ausnahme, Leser könnten empfindlich gemacht werden durch den Charakter dieser Helden. Aber der dritte Bereich macht wieder alles an Verständnis zunichte. Wo ist schon mit einem deus ex machina außerhalb des Theaters zu rechnen, zudem noch mit einer solchen Schönheit, die kompetent genug ist, alle Erwachsenen auf ihre Seite zu ziehen und eine Show zu liefern, in der ihr Held rehabilitiert und die Täter entlarvt werden? Das klingt sehr nach den Videospielen, in denen Ben ein erhebliches Level erreicht hat. Das Leben sieht anders aus. |
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Bewertung |
eingeschränkt empf. |
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Rezensent |
cjh, Berlin |
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in der AJuM Datenbank |
Ja |
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Die Rezension ist der Datenbank unter
www.ajum.de entnommen. |
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