GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW

AJuM

Autor Ohnemus, Günter
Titel Alles was du versäumt hast
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-596-85251-2 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2008
Seitenzahl 272 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Chuck ist fast 16 und mit seinem Leben ganz zufrieden. Seine Familie ist zwar chaotisch, aber nett. Zufällig lernt er die hübsche Anna kennen, und die beiden verlieben sich. Doch im Leben kann es nicht immer nur harmonisch zugehen: Sein Freund Toby liegt nach einem Unfall im Koma. Chuck beginnt, Toby Briefe zu schreiben.
Beurteilungstext Gleich zu Beginn erfährt man eine Menge über Chucks Familie: Seine schönen Schwestern "Terri und Suzzy" leben in Paris und Berlin und sein Großvater ist ein bekannter Zahnarzt mit prominenten Patienten. Aber das ist noch nicht alles. Chuck hat eine amerikanische Mutter und sogar New Yorker Großeltern. Da müssen die Eltern konsequenterweise mit "Mom und Pop" angeredet werden. Das ist nicht wirklich weltbewegend und wird in einem bemüht lockeren Ton erzählt. Aufmerksame Leser erfahren auf den ersten Seiten des Buches außerdem, wie Chuck Anna kennen gelernt hat: Er hat sie aufgefangen, als sie mit dem Fahrrad stürzte. Glück gehabt! Sonst passiert bis Seite 20 eher wenig.
Dann bringt ein Anruf Chucks Leben durcheinander: Er erfährt, dass sein bester Freund Toby im Koma liegt. Von seinem Großvater inspiriert (der ihm erzählt hat, dass er Chucks verstorbener Großmutter regelmäßig Briefe schreibt), beginnt Chuck, Briefe an Toby zu schreiben, damit der eines Tages nachlesen kann, was er alles versäumt hat. Ein schönes Motiv, zeigt es doch, dass Chuck sich um seine Mitmenschen Gedanken macht. Die Briefe allerdings haben es in sich. Man erfährt fast nebenbei, dass "Mom und Pop" nicht seine leiblichen Eltern sind, sondern Onkel und Tante (und das ist längst nicht alles). Aber Chuck hat noch mehr auf Lager: Annas Vater ist Alkoholiker und hat die Familie verlassen. In der Praxis seiner Hausärztin tröstet Chuck eine wildfremde, weinende Frau und erfindet flugs eine Lügengeschichte von einer Krebserkrankung, die er besiegt hat, obwohl "fünf Ärzte mich schon aufgegeben haben".
Und auch die Politik kommt nicht zu kurz: Als Chucks Schwester Suzzy raucht, beginnt zwischen ihr und "Pop" eine Diskussion über das deutsche Parlament, "das einerseits Soldaten in Afghanistan in den Tod geschickt hat und nun der Bevölkerung das Rauchen verbieten will".
Da fragt man sich, ob jugendliche Leser solche Phrasen einfach "überlesen" oder tatsächlich darüber nachdenken.
Es werden noch weitere Themen auf diese Art und Weise abgehandelt.
Fazit:
Chuck ist ein sympathischer Protagonist, dem seine Familie und Freunde wichtig sind. Insofern taugt er als Vorbild für seine jugendlichen Leser. Die Geschichte ist auch unterhaltsam und gut zu lesen; aber insgesamt ist es doch ein bisschen zu viel des Guten!
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 HS, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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Die Rezension ist der Datenbank unter  www.ajum.de entnommen.
 
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